Halbzeit des Sommers: 4 Grad zu warm

Rund die Hälfte des Sommers 2017 ist bereits Geschichte. Bis dahin war der Sommer deutlich zu warm und trotz Gewittern mit Millionenschäden an vielen Orten auch zu trocken. Dazu machte die Sonne praktisch landesweit Überstunden.

Tiefblauer Himmel über Chur mit ein paar Hangwolken.

Bildlegende: Viel zu sonnig Verbreitet gab es in der ersten Sommerhälfte mehr Sonnenschein als sonst zu dieser Jahreszeit. Arno Mainetti

Der Sommer 2017 scheint ein Hitzesommer zu werden. Bis jetzt war der Sommer rund 4 Grad zu warm im Vergleich zur klimatologisch relevanten Norm der Jahre 1961 bis 1990. Es ist an den meisten Orten auch noch eine Spur wärmer als während der ersten Sommerhälfte 2006. Damals zeichneten sich Juni und Juli durch extreme Hitze aus. Danach folgte allerdings ein kalter August. Weiterhin unerreicht ist der Hitzesommer 2003. Damals waren der Juni und die erste Julihälfte nochmals 1,5 bis 2 Grad wärmer als in diesem Jahr und es folgte dann noch der Rekord-August.

Wallis besonders sommerlich

In Sitten gab es bis jetzt schon 35 Sommertage, also Tage mit einer Höchsttemperatur von mehr als 25 Grad. Normal wären bis zu diesem Zeitpunkt rund 26 Sommertage. Das Wallis machte aber auch mit den Hitzetagen Schlagzeilen. Bis jetzt gab es schon 17 Tage seit Sommeranfang mit einer Höchsttemperatur von mehr als 30 Grad. Im langjährigen Durchschnitt gibt es bis Mitte Juli 7 Hitzetage. Im Wallis wurde bis jetzt auch die höchste Jahrestemperatur mit 36.0 Grad gemessen. Sommerlich war es auch im Tessin. In Lugano wurden bis jetzt 34 Sommertag registriert, in Locarno waren es 33. Im Mittelland wurden bis jetzt ungefähr 28 Sommertag verzeichnet. Auch hier ist der Überschuss deutlich. Normalerweise gibt es bis zu diesem Zeitpunkt 17 Tage mit einem Höchstwert von mehr als 25 Grad.

Starkregen, den man vor einem Baum sehr gut sehen kann.

Bildlegende: Platzregen Örtlich goss es wie aus Kübeln, so am 25. Juni beispielsweise in Richterswil. Bruno Rüttimann

Vielerorts zu trocken

In den letzten Tagen machten vor allem die heftigen Gewitter im Kanton Aargau und in den angrenzenden Gebieten Schlagzeilen. Vor allem in Zofingen gab es Millionenschäden. In rund zwei Stunden gab es rund 80 Millimeter Regen. Dort wo keine Gewitterzellen vorbeizogen, war der Sommer 2017 bis jetzt aber zu trocken. In Basel fielen beispielsweise bis jetzt nur 81 Millimeter Regen. Das sind nur 2/3 des üblichen Niederschlages in der erste Sommerhälfte. Zu nass war es dagegen bis jetzt auf der Alpensüdseite. Dort gab es vor allem am Anfang und am Ende des Monats Juni sehr ergiebige Niederschläge. Weil dort aber die Niederschläge kurz und intensiv waren, zeichnet sich auch die Alpensüdseite durch ein Plus an Sonnenstunden aus. Generell war es in der Schweiz deutlich sonniger als normalerweise in der ersten Sommerhälfte. In St. Gallen gab es bis jetzt 80 Stunden zusätzlichen Sonnenschein, aber auch in Basel und Zürich zeigte sich die Sonne etwa 60 Stunde öfter als sonst.

Regenbogen bei Schloss Oberhofen am 29. Juni

Bildlegende: Heftige Gewitter Örtlich gab es heftige Gewitter, die auch zu Regenboden führten. Martin Mägli