Heute sind wir im Aphel: Sonne macht sich klein

Es ist kaum zu glauben: Im Sommer erleben wir die heissesten Tage des Jahres, dabei ist aber gerade jetzt die Sonne besonders weit von uns weg. Heute Abend um 22.11 Uhr erreicht die Erde den jährlich grössten Abstand zur Sonne, das sogenannte Aphel.

Die jährliche Umlaufbahn der Erde um die Sonne entspricht nicht einem Kreis, sondern einer leichten Ellipse. Im sonnennächsten Punkt beträgt die Entfernung zwischen Erde und Sonne 147,1 Millionen Kilometer, im sonnenfernsten Punkt beläuft sich die Distanz auf 152,1 Millionen Kilometer. 2017 erreicht die Sonne diese maximale Entfernung heute (Montag-)Abend um 22.11 Uhr.

Sonnenuntergang am Zugersee

Bildlegende: Der Abstand der Sonne zur Erde spielt für die Temperaturen eine untergeordnete Rolle. Raymond Cloux

Jedes Jahr anders

Im 21. Jahrhundert fällt das Aphel auf die ersten Julitage. Dieser Termin ist aber nicht konstant. Im Durchschnitt alle 58 Jahre verschiebt sich das Aphel im Kalender um einen Tag nach hinten, und so wird in rund 4700 Jahren das Aphel auf die Tag- und Nachtgleiche im Herbst fallen. Dies ist aber nicht die einzige Variable. Weil nicht die Erde in einer Ellipse um die Sonne kreist, sondern bei exakter Betrachtung der Schwerpunkt des Systems Erde-Mond, kann sich für die Erde der sonnenfernste Punkt um mehrere Tage verschieben. Dies hängt jeweils von der Mondphase ab. Während wir in diesem Jahr sehr früh das Aphel erreichen, wird es im kommenden Jahr bedeutend länger dauern. 2018 wird der sonnenfernste Punkt erst am 6. Juli um 18.46 Uhr erreicht. Auch die genaue Distanz des sonnenfernsten Punktes variiert. So werden wir 2018 im sonnenfernsten Punkt nochmals 3062 Kilometer weiter von der Sonne entfernt sein. Bei einer Distanz zur Sonne von mehr als 152 Millionen Kilometern fällt diese Differenz aber nicht ins Gewicht.

Schlotterpartie bleibt aus

Obwohl wir momentan im sonnenfernsten Punkt sind, bleibt es warm. Entscheidend für unsere Jahreszeiten ist nicht der Abstand zur Sonne sondern die Neigung der Erdachse. Diese Neigung sorgt einerseits dafür, dass in der Schweiz der längste Tag rund 7,5 Stunden länger ist als der kürzeste Tag und anderseits auch, dass die Sonne im Sommer 66 Grad über dem Horizont steht, im Winter dagegen nur 19 Grad. Dazu sind die Energieschwankungen von rund 3 bis 4 Prozent zwischen sonnennächstem und sonnenfernstem Punkt vergleichsweise klein.