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Hintergrund Vergleich Lawinenwinter 1999 - Winter 2018

Im Januar und Februar 1999 führten mehrere kräftige Niederschlagsereignisse zu enormen Schneemengen. Es gingen unzählige Lawinen nieder. Auch jetzt schneit es in den Bergen pausenlos. Das erste Mal seither steigt nun die Lawinensituation in den Alpen verbreitet auf die höchste Stufe 5.

Wetterlage 1999

Im Januar und Februar 1999 stellten sich immer wieder Nordwest-Staulagen ein, die über mehrere Tage anhielten. So fiel in den Alpen während dieser Zeit enorm viel Neuschnee, gesamthaft bis zu 5 Metern. Dabei wehte oft starker Nordwestwind, was die Lawinengefahr erhöhte.

Zum ersten Mal seit der Einführung der fünfteiligen europäischen Lawinengefahrenskala (1993) wurde über längere Zeit von den beiden höchsten Stufen Gebrauch gemacht. An sechs Tagen wurde die Stufe 5 (sehr gross) ausgerufen.

Folgen

Im Alpenraum waren viele Strassen und Bahnlinien unterbrochen und mehrere Dörfer von der Umwelt abgeschnitten. Zum Beispiel war Elm im Glarnerland während rund eines Monats nicht von aussen erreichbar. Auch Zermatt war drei Tage von der Umwelt abgeschnitten und nur noch per Helikopter erreichbar.

Bäume und Schneemassen liegen auf und neben einem Chalet
Legende: Winter 99: Eine Lawine hat ein Haus in Evolène / VS beschädigt. Keystone / Fabrice Coffrini

Winter 2018

In den Walliser Alpen (Saastal, Mattertal) sowie in Teilen von Nordbünden könnten die Schneemengen am Montag in den Bereich von 1999 kommen. Entsprechend schätzt das Institut für Lawinenforschung SLF die Lawinengefahr in weiten Teilen der Alpen auf sehr gross, also die höchste Stufe 5 ein. Das ist sehr ausserordentlich und seit dem Winter 1999 nicht mehr vorgekommen.