Im Norden Sturm, im Süden viel Sonne und 20 Grad

Das ist wie Tag und Nacht: An Gründonnerstag gab es im Süden viel Sonne und im untersten Misox 20 Grad. Im Norden tobte dagegen erneut ein Sturm, und es goss teilweise wie aus Kübeln.

Am Gründonnerstag fiel Schnee in Chur bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt.

Bildlegende: Schnee in Chur Am Gründonnerstag fiel Schnee in Chur bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Daniel Jäger

Im Norden und vor allem im Osten der Schweiz fiel der Start ins Osterwochenende buchstäblich ins Wasser. Am Gründonnerstag schüttete es östlich der Reuss zum Teil kräftig. Im Glarnerland fielen teilweise rund 30 Millimeter Niederschlag. Die Schneefallgrenze war sehr unterschiedlich: In Chur fiel am Mittag Schnee bei +1 Grad. Gleichzeitig zeigte das Thermometer in Thun 10 Grad, und es war meist trocken. Schuld an diesen Unterschieden war der stürmische Wind. Im Windschatten blieb es kalt, mitten im Sturm war es dagegen ziemlich mild.

Erneute Orkanböen auf dem Säntis

Zwei Tage nach Orkan „Niklas“ tobte bereits der nächste Sturm über der Schweiz. Ein Teiltief von „Niklas“ brachte am Donnerstagmorgen auf dem Säntis eine Böenspitze von 146 Kilometern pro Stunde. Orkanböen gab es auch auf dem Titlis mit einem Maximalwert von 122 Kilometer pro Stunde und auf Crap Masegn mit 119 Kilometer pro Stunde. Im Flachland wurde der Höchstwert mit 96 Kilometern pro Stunde im solothurnischen Niederamt verzeichnet. Fast zur gleichen Zeit stürzte ein Baum auf die Bahnlinie Lenzburg – Zofingen. Bereits am Abend flaut der Wind im Flachland rasch ab, während auf den Bergen noch bis am Karfreitagmorgen mit Sturmböen gerechnet werden muss.

Sonne satt im Mittel- und Südtessin

Südlich von Bellinzona war es am Gründonnerstag nahezu wolkenlos. In der Magadinoebene zeigte das Thermometer am Abend 19 Grad, in Grono (GR) im untersten Misox wurden sogar 20,2 Grad gemessen. Kein Wunder staute sich der Verkehr am Nachmittag am Gotthard-Nordportal auf einer Länge von rund 9 Kilometern.

Weniger schlimm als befürchtet

Nördlich der Alpen dürfte es über die Osterfeiertage mehr Sonnenschein geben als ursprünglich erwartet. Am Karfreitag sorgt ein Zwischenhoch vor allem in der Deutschschweiz und speziell in Graubünden für längere sonnige Phasen, und es ist weitgehend trocken. Nach einem tristen Karsamstag wird es ab Ostersonntag langsam wieder freundlicher, einzelne Schauer sind aber noch möglich, vor allem Richtung Osten. Südlich der Alpen dürfte es speziell am Samstagvormittag dichtere Wolken haben, sonst ist es dort über Ostern ziemlich sonnig bei 13 bis 18 Grad.