In der Höhe 10 Grad wärmer als in Tälern!

Normalerweise ist es auf den Bergen deutlich kühler als in den Tälern. Nicht so am Montagmorgen: Auf dem Turm der Chrischona auf 700 Metern über Meer gab es 12 Grad, in der Stadt Basel nur 2 Grad. Nicht anders in Zürich: Auf dem Üetliberg waren es 11 Grad, im Norden der Stadt gab es -2 Grad.

Oben warm, unten kalt: Inversion nennt sich das Phänomen einer Temperaturumkehr in der Atmosphäre. Normalerweise ist es auf den Bergen deutlich kühler als in Tallagen. Nicht so in klaren, windschwachen Nächten. Die Erde strahlt dann ihre ganze Wärme in die Atmosphäre ab, und weil kalte Luft schwerer ist als warme, sinkt diese ab, und kann sich am Boden sammeln.

Blick von der milden Lüderenalp am Montagmorgen ins kalte, teils nebelverhangene Emmental.

Bildlegende: Oben klar und mild Blick von der milden Lüderenalp am Montagmorgen ins kalte, teils nebelverhangene Emmental. Sabina Kunz

Schon am frühen Morgen mehr als +12 Grad

Am Montagmorgen wurden die höchsten Temperaturen in der Schweiz auf einer Höhe zwischen 700 und 1000 Metern über Meer gemessen. Auf dem Turm auf der Chrischona zeigte das Thermometer am Morgen um 8 Uhr +12,6 Grad. Damit war es zu diesem Zeitpunkt 10 Grad wärmer als in der benachbarten Stadt Basel. Ähnlich waren die Temperaturverhältnisse in Zürich und Bern. Während der Üetliberg einen Höchstwert von +10,6 zeigte, wurden im Norden der Stadt nur -1,7 Grad und am Flughafen Zürich -2,2 Grad gemessen. Rund 11 Grad betrug die Temperaturdifferenz in Bern zwischen dem Bantiger (+9,4 Grad) und der Messung in Zollikofen (-1,7 Grad). In der milden Luft lag aber beispielsweise auch die Stadt St. Gallen mit +8 Grad oder auch der Napf mit rund 9 Grad.

Physik gilt auch im Süden

Eine Inversionslage stellte sich in der Nacht auch im Tessin ein. Auf der Cimetta ob Locarno zeigte das Thermometer am Morgen +8 Grad, während es in der Magadinoebene zum gleichen Zeitpunkt -2 Grad gab. Leicht oberhalb der Inversionsgrenze befand sich die Messstation in Locarno-Monti, die 180 Meter über dem Seespiegel liegt. Dort wurden am Morgen +5 Grad gemessen. Eine Inversion gab es auch im Oberengadin. In Samedan lag die Temperatur am Morgen um 8 Uhr -8 Grad, auf dem Corvatsch bei -5 Grad. In Höhenlage um 2500 Meter war man aber zu diesem Zeitpunkt deutlich im Plusbereich.

Nullgradgrenze auf rund 3000 Meter

Am Nordrand eines umfangreichen Mittelmeerhochs wird heute in der Höhe sehr milde Luft in den Alpenraum geführt. Damit steigt die Nullgradgrenze auf rund 3000 Meter an. Auch in den kommenden Tagen bleibt es in der Höhe mild, auch wenn die Temperaturen allmählich leicht zurückgehen. Die morgendlichen Temperaturgegensätze dürften in den kommenden Tagen aber nicht mehr so krass sein, da es in der Nacht mindestens teilweise bewölkt ist und damit die bodennahe Abkühlung nicht mehr so effektiv ist.