Krater im Permafrost Sibiriens

Eine spektakuläre Folge des Klimawandels: Schmilzt der sibirische Permafrost, entstehen enorme Krater.

Die Geschichte ist nicht mehr ganz neu, die Bilder aber umso spektakulärer: Vor rund einem Jahr wurde im sibirischen Niemandsland ein riesiger Krater entdeckt. Inzwischen sind weitere Kraterfunde dazugekommen. Auf dem Weg des Rätsels Lösung gibt es für die Forscher aber noch immer mehr Fragen als Antworten.

Natürliches Phänomen

Die russischen Forscher sind sich in einem Punkt einig, die Krater sind neu. Sie entstanden vielleicht vor ein oder zwei Jahren. Man ist sich auch sicher, Aliens, UFOs oder menschliche Sprengungen sind nicht der Ursprung des Phänomens. Rund um die Krater gibt es keine Spuren, abgesehen jene von Rentieren und Schlitten. Eine natürliche, unterirdische Sprengung soll das Loch in die Erde gerissen haben.

Permafrost schmilzt

Die arktischen Regionen reagieren besonders sensibel auf die Klimaänderung, die Temperaturen steigen schneller als im globalen Durchschnitt. So fielen auch die Sommer 2012 und 2013 relativ warm aus. Die Folge: Der Permafrost schmilzt. Taut der ganzjährlich gefrorene Untergrund (Permafrost), werden Gase frei, vor allem Methan. Am Grund des Kraters messen die russischen Forscher eine tausendfach höhere Methankonzentration als in unserer Luft. Man vermutet, dass sich das Methan durch die Schmelze zuerst im Untergrund ansammelt, bis der Druck zu gross wird und die Gase explosionsartig entweichen. Zurück bleibt ein Krater.

Video «Meteo Permafrost» abspielen

Meteo Permafrost

0:59 min, aus SRF Meteo vom 13.4.2015