Leewelle über den Alpen

Ein Wolkendeckel, der auf der nördlichen Seite eine scharfe Kante zeigte und auf der südlichen Seite ausfranste: Heute stand eine Leewelle über den Alpen.

Ein Wolkendeckel hat heute Vormittag Teile der Alpen und der Alpensüdseite abgedeckt. Es handelte sich hierbei um eine sogenannte Leewelle. Sie entsteht, wenn Windrichtung und -stärke sowie Luftfeuchtigkeit und Stabilität der Luft im richtigen Verhältnis stehen. Als am Nachmittag der Wind drehte, hat sich die Welle aufgelöst.

Entstehung einer Leewelle

Eine Wolkenwelle bildet sich auf der Rückseite (Lee) eines Hindernisses, beispielsweise einer Bergkette. Ihre Entstehung kann man mit Wellen in einem Bach- oder Flussbett vergleichen. Steine zwingen das Flusswasser entweder den Stein zu umfliessen oder über den Stein hinwegzufliessen. Hinter dem Stein entsteht eine Welle. Wie der Wind zu den Alpen: Der Wind kann die Alpen entweder um- oder überfliessen. Überströmt der Wind die Berge, bildet sich im Lee eine stehende Welle. Die Leewelle. Ob es zu einem Um- oder Überströmen der Alpen kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Eine Grafik zeigt mit einem Pfeil wie ein Berg überströmt wird. Hinter dem Bergkamm erhält der Pfeil eine Wellenform. Auf dem ersten Wellenberg steht eine Wolke.

Bildlegende: Überströmt Wind eine Bergkette, entsteht auf der Rückseite eine Welle. SRF Meteo

Bei einer langen Bergkette ist die Wahrscheinlichkeit grösser, dass das Gebirge über- anstatt umströmt wird. Die Länge alleine ist aber noch nicht ausschlaggebend. Auch der Anstörmungswinkel und die Stabilität der Luft spielen eine wichtige Rolle.

Ideale Bedingungen für Leewellen herrschen dann, wenn der Wind von unten nach oben stärker wird und dieselbe Richtung behält. Je senkrechter der Wind auf die Gebirgskette trifft, desto besser. Wenn die Luftfeuchtigkeit dann noch gross genug ist, stehen die Chancen für eine Leewelle gut. Denn durch die Wellenbewegung im Lee wird die Luft angehoben und etwas abgekühlt, eine Wolke bildet sich.