Meteorologischer Winteranfang: 11 Grad zum Start um Mitternacht!

In der Nacht auf Dienstag begann aus meteorologischer Sicht der Winter. Die Temperaturen zeigten sich davon aber unbeeindruckt. Um Mitternacht lagen die Werte in der Nordwestschweiz bei 11 Grad, dazu gab es starken bis stürmischen Westwind.

In Kreuzlingen war es am Dienstagmorgen nicht wirklich winterlich.

Bildlegende: Winteranfang In Kreuzlingen war es am Dienstagmorgen nicht wirklich winterlich. Peer Frey

Seit Sonntagmorgen befindet sich die Schweiz am Südrand einer stürmischen Westwindzone. Diese führt vom Atlantik sehr milde Luft in den Alpenraum. Entsprechend fiel auch der Start in den meteorologischen Winter sehr mild aus. In Pratteln wurden um Mitternacht 11,7 Grad gemessen, und in Birsfelden gab es 11,1 Grad. Auch am östlichen Bodensee war es in der kräftigen Westströmung sehr mild. Auf dem Flugplatz Altenrhein zeigte das Thermometer 11,5 Grad. Im Windschatten lagen die Temperaturen aber deutlich tiefer. In Chur zeigte das Thermometer um Mitternacht „nur“ 1,5 Grad, in Altdorf 0,9 Grad. Wie gross der Einfluss des Westwindes war zeigte sich am Brünig. In Meiringen wurden bei Windstille -1,5 Grad gemessen, in Giswil auf der nördlichen Seite des Passes zeigte das Thermometer gleichzeitig +9 Grad bei einer Windgeschwindigkeit von 40 Kilometern pro Stunde.

Die Alpen waren am Montagabend ausserhalb der Störungszone. Sonnenuntergang auf der Elsigenalp.

Bildlegende: Spektakulärer Abend Die Alpen waren am Montagabend ausserhalb der Störungszone. Sonnenuntergang auf der Elsigenalp. Tom Schäfer

Auf den Bergen erneut Orkanböen

Die stürmische Westströmung sorgte auf den Bergen wiederum für Orkanböen. Am heftigsten tobte der Wind am Dienstagmorgen, gemäss Angaben aus dem Wallis, auf dem Mittelallalin mit 148 Kilometer pro Stunde. Auf dem Säntis wurden in der Nacht 128 Kilometer pro Stunde gemessen, auf Crap Masegn in der Surselva wurden 123 Kilometer pro Stunde verzeichnet. Werte von mehr als 117 Kilometern pro Stunde gelten als Orkanböen. In tieferen Lagen war vor allem die Nordostschweiz vom Sturm betroffen. Auf dem gut 700 Meter hohen Seerücken im Kanton Thurgau erreichte der Sturm einen Maximalwert von 93 Kilometern pro Stunde, in Steckborn am Untersee waren es immer noch 89 Kilometer pro Stunde.

Der Sturm lockerte am Montagabend die Wolken über Matzingen (TG) auf.

Bildlegende: Wolkenfetzen Der Sturm lockerte am Montagabend die Wolken über Matzingen (TG) auf. Gabi Stünzi

Nach wie vor am Rande des Sturms

Die Schweiz lag auch am Montag und in der Nacht zum Dienstag nur am südwestlichen Rande des Sturms. Schäden verursachte der Sturm vor allem an der deutschen Nordseeküste und in Hamburg. In Hamburg, aber auch in Bremerhaven, kam es durch die Sturmflut zu Überschwemmungen. Auf der Schneekoppe an der Grenze zwischen Polen und Tschechien wurde in einer Höhe von rund 1600 Metern über Meer am Montag ein Wert von 216 Kilometern pro Stunde verzeichnet. Auf dem ähnlich hohen Feuerkogel in Österreich gab es am Dienstagmorgen 173 Kilometer pro Stunde. In den kommenden Stunden flaut der Wind allerdings ab.

Winter nicht in Sicht

In den kommenden Tagen geht es mild weiter. Am Mittwoch erwarten wir auf 2000 Metern Meereshöhe Werte um 10 Grad, und die Nullgradgrenze steigt in einen Bereich von 3000 Metern über Meer. Im Mittelland steigen die Temperaturen allerdings nicht mehr weiter an, da Nebel eine weitere Aufheizung verhindert. In der zweiten Wochenhälfte wird es zwar wieder etwas kühler, aber definitiv nicht winterlich. Auf 2000 Metern über Meer bleiben die Temperaturen in der Regel im positiven Bereich. Nach den aktuellen Wettermodellen darf frühestens zur Monatsmitte wieder mit Schnee bis in tiefere Lagen gerechnet werden.

Im Emmental schmolz der Schnee schon am Montag dahin.

Bildlegende: Schneeschmelze Im Emmental schmolz der Schnee schon am Montag dahin. Rudolf Kläy