Milder Winter: Der Atlantik ist schuld

Die südlichen Alpen versinken seit Tagen im Schnee, im Flachland der Alpennordseite ist der Winter 2013/14 dagegen bis jetzt ausgesprochen mild und nahezu schneefrei. Der Grund dafür liegt in der speziellen Luftdruckverteilung über Europa und dem nahen Atlantik.

Massive negative Abweichung des Luftdruckes im Bereich zwischen Island, Irland und Schottland

Bildlegende: Luftdruck zwischen dem 1. Dezember 2013 und dem 2. Februar 2014 im Vergleich zum Mittel der Jahre 1981 bis 2010 NOAA (www.noaa.gov)

Zur Zeit werden Meteorologen immer wieder nach dem Grund für diesen milden und schneearmen Winter auf der Alpennordseite gefragt.

Am Alpensüdhang liegt über doppelt soviel Schnee wie im Durschschnitt anfangs Februar

Bildlegende: Schneehöhen im Vergleich zum langjährigen Mittel (Stand 5. Februar 2014) Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF

Ebenso ungewöhnlich erscheinen uns die enormen Schneemassen, die sich in den südlichen Alpen auftürmen. Am Alpensüdhang liegt zur Zeit mehr als doppelt soviel Schnee wie üblich anfangs Februar.

Diese beiden Phänomene hängen eng zusammen und haben ihren Ursprung in der aussergewöhnlichen Luftdruckverteilung über dem nahen Atlantik.

Tiefdruckmaschine Atlantik

Betrachtet man den durchschnittlichen Luftdruck der ersten beiden Wintermonate Dezember 2013 und Januar 2014 und vergleicht diesen mit dem Mittelwert der Jahre 1981 bis 2010, fallen bereits auf den ersten Blick grosse Abweichungen auf.

Massive negative Abweichung des Luftdruckes im Bereich zwischen Island, Irland und Schottland

Bildlegende: Luftdruck zwischen dem 1. Dezember 2013 und dem 2. Februar 2014 im Vergleich zum Mittel der Jahre 1981 bis 2010 NOAA (www.noaa.gov)

Zwischen Island, Irland und Schottland liegt ein Gebiet mit massiven negativen Abweichungen. Gemittelt über die vergangenen zwei Monate war der Luftdruck dort zwischen 10 bis 15 Hektopascal tiefer als im langjährigen Mittel. Es gab also viel mehr und auch kräftigere Tiefdruckgebiete über dem Atlantik als in anderen Jahren. Im Osten Europas und Richtung Polarmeer gibt es dagegen teils massive positive Abweichungen, dort lagen überdurchschnittlich viele Hochdruckgebiete.

Südwestlagen ohne Ende

Die vielen Tiefdruckgebiete über dem nahen Atlantik hatten in der Schweiz milde Südwestlagen und immer wieder Föhnstürme zur Folge. Somit zogen über die Alpennordseite bei relativ milder Luft meist nur schwache Störungen. Grosse Neuschneemengen im Norden und besonders am Alpennordhang bringen dagegen hauptsächlich Nord- oder Nordwestlagen - und solche kamen im diesem Winter noch praktisch keine vor. Die vielen Föhn- und Südstaulagen brachten auf der Alpensüdseite dagegen grosse Niederschlagsmengen, in höheren Lagen meist in Form von Schnee.