Mitten im Frühling?

Die Beobachtung des Vegationsstandes verschiedener Pflanzen zeigt an, in welcher Phase sich der Frühling befindet. Die Forsythien sind am verblühen und in den tiefen Lagen stehen jetzt die Kirschbäume knapp vor der Blüte.

Vorfrühling, Erstfrühling und Vollfrühling

Der Reihe nach sind die Begriffe dem Blühbeginn der Hasel, der Forsythie und der Obstbäume zugeordnet.

Vollfrühling - Zugbahn der Apfelblüte von Portugal in Richtung Finnland

Bildlegende: Vollfrühling - Zugbahn SRF Meteo

Es herrscht Vollfrühling, wenn die Apfelbäume blühen. Dies geschieht meist gegen Ende Februar, im Südwesten von Portugal. Die Frühlingsfront kommt etwa drei Monate später - gegen Ende Mai - 3600 Kilometer weiter im Norden (in Finnland) an. Die mittlere Frühligsgeschwindigkeit beträgt somit rund 40 Kilometer pro Tag. In der Schweiz ist der Vollfrühling noch nicht angekommen.

Beobachtungen in der Schweiz

Das phänologische Beobachtungsnetz des Bundesamtes für Klimatologie und Meteorologie (Meteo Schweiz) umfasst 160 Stationen. Dabei werden 26 verschiedene Pflanzenarten überwacht. Mit diesen Informationen können einerseits die Auswirkungen des veränderten Klimas auf die Vegetation beobachtet werden, anderseits fliessen die Langzeitbeobachtungen in die Prognosemodelle für den Blühbeginn ein.

Es wird immer früher Frühling

Steigen die Mitteltemperaturen um 1 Grad, setzt das Wachstum der verschiedenen Pflanzen um 2,5 bis 6 Tage früher ein. Somit beginnt der phänologische Frühling in den Alpenländern um etwa 6 bis 10 Tage früher als noch 1980.

Soll man Garten und Felder bestellen?

Klar ist, bis Mai sind immer noch Kälterückfälle möglich, frostempfindliche Gewächse sollte man am besten noch im Gewächshaus halten.

Im Freien angebaut werden kann im Allgemeinen ab einer sogenannten Grünlandtemperatur von 200.

Grünlandtemperatur

Ab Jahresbeginn werden dabei positive Tagesmittelwerte erfasst und im Januar mit dem Faktor 0.5, im Februar mit 0.75 und ab März mit dem Faktor 1 multipliziert. Wird an einem Ort der Wert 200 erreicht, kann es losgehen. Böden und die Pflanzen nehmen ab dieser «Wärmesumme» genügend Stickstoff auf und der Dünger wirkt allmählich.

Der Beginn der Feldarbeit ist auch von der Bodenfeuchte abhängig. In den kommenden Tagen fällt Niederschlag. Im Flachland bleiben die Summen aber eher gering. Die meisten Böden sind so voraussichtlich fest genug um sie mit schweren Maschinen bearbeiten zu können.

Trotz der drohenden Abkühlung bleiben die Tagesmittel der Temperaturen - bis in etwa 1000 Meter Höhe - weiterhin im positiven Bereich und die Grünlandtemperatur steigt weiter an.