Neue Gewitterzellen rauschen heran

Am Samstag- und am Sonntag wurde die Schweiz von grossen Schadensgewittern heimgesucht. Wie erwartet drohen auch heute Montagabend wieder heftige Gewitter mit Sturmböen und Hagelschlag.

Wolkenverhangene Berghänge bei Aeschi bei Spiez

Bildlegende: Restwolken Am Montagmorgen hatte es noch viel Restfeuchte an den Hängen ob Aeschi bei Spiez. Therese Zaugg

Seit Samstagabend liegen wir in einer schwülwarmen Luftmasse, in der es immer wieder zu Gewittern kommt. Schon im Laufe des Montags gab es erneut erste kräftige Gewitter. Am Vormittag traf es zunächst wieder das Waadtland in der Gegend von Oron, wo schon am Sonntagmittag ein Gewitter wütete.

Mit 12 Millimetern Regen blieb die Menge aber noch bescheiden. Kurz vor Mittag gab es Gewitter auch am Jurasüdfuss, vor allem in der Gegend von Solothurn. Am Nachmittag zogen Gewitterzellen vom Delsberger Becken in Richtung Aaremündung. Sie brachten örtlich auch Hagelschlag.

Noch nicht genug

Diese Gewitter scheinen aber nur die Ouvertüre zu einem verbreiteten Gewitterabend. Am frühen Abend lagen zahlreiche Gewitter- und Hagelzellen knapp westlich von Genf mit Zugbahn Richtung Osten. Auch die hochauflösenden Wettermodelle gehen davon aus, dass eine aktive Störungslinie bis Mitternacht zum Teil heftige Gewitter bringt. In der Nähe der Gewitterzellen muss auch wieder mit Sturmböen gerechnet werden.

In der zweiten Nachthälfte sollte sich die Gewittersituation beruhigen. Am Dienstag gibt es höchstens noch lokale, kurze Gewitter, dies vor allem an den Voralpen und im Süden.

Dunkelgraue Mammatuswolken über der Region Bern am Sonntagabend.

Bildlegende: Ulmizberg Hinter dem Gewitter waren am Sonntagabend diese Mammatuswolken bei Schliern b. Köniz zu sehen. Pascal Guggisberg

Schon zwei Grossereignisse

Niederschlagsvorhang über dem Thunersee.

Bildlegende: Gewitterzelle über dem Thunersee Am Samstag lag auch eine Gewitterzelle über dem Thunersee. Erika Spiess

Am Wochenende wurde die Schweiz bereits von Schadensgewittern heimgesucht. Am Samstagabend traf es den Oberaargau, das Suhren- und Wynental am heftigsten.

In Wynau und Unterkulm wurden insgesamt 77 Millimeter Regen gemessen. Die 77 Millimeter waren in Wynau der höchste je gemessene Tageswert. In Unterkulm war es der höchste je im Juli registrierte Tageswert. Der absolute Tagesrekord liegt dort bei 94,9 Millimetern und datiert vom 18. Mai 1994.

Für die Überschwemmungen am Samstag entscheidend war aber vor allem, dass der Hauptniederschlag in nur zwei Stunden fiel, und der Hagel teilweise die Abläufe verstopfte.

Kräftigen Gewitterregen gab es am Samstag aber auch in anderen Gebieten der Schweiz. In Cressier fielen 39,3 Millimeter, in Lauterbrunnen 30,9 und in Engelberg 30,4 Millimeter Regen.

Am Sonntagabend gegen 19 Uhr brach ein weiteres heftiges Gewitter über Zürich und die angrenzenden Gemeinden herein. Am Zürichberg wurden in weniger als zwei Stunden 27 Millimeter Regen gemessen, in Opfikon waren es rund 25 Millimeter. Die gleiche Gewitterzelle hatte bereits eine Stunde früher im Entlebuch starken Regen gebracht. In Flühli/LU fielen in weniger als 60 Minuten fast 35 Millimeter Niederschlag.