Neuer Orkan: 193 Kilometer pro Stunde in der Bretagne

Seit Tagen wird Europa von Stürmen geplagt. Schon in der vergangenen Woche gab es in den Alpen Windspitzen um 150 Kilometer pro Stunde, am Wochenende erreichte der Föhn sogar 181 Kilometer pro Stunde. Zum Wochenstart wird nun Frankreich getroffen mit Böen bis 200 Kilometer pro Stunde.

Spaziergänger mit Hunden am Strand in der Nähe von Brest.

Bildlegende: Gepeischtes Meer Der Orkan sorgte für heftige Wellen an der Küste. Twitter/Reinhard Firlinger

Seit Tagen liegt ein umfangreiches Tiefdrucksystem über dem nahen Atlantik und den Britischen Inseln. An seinem südlichen Rand bildeten sich immer wieder Teiltiefs aus, die in der vergangenen Woche teilweise auch die Schweiz trafen. Am vergangenen Dienstag wurden auf dem Jungfraujoch bei einem Weststurm bereits 149 Kilometer pro Stunde. Der Föhn am Samstag brachte sogar einen Höchstwert von 181 Kilometern pro Stunde auf dem Gornergrat. Zu Wochenbeginn rast nun ein neues Teiltief mit dem Namen „Yannik“ über den Ärmelkanal und die Bretagne nach Südfrankreich.

Ein Auto wurde von einem umgestürzten Baum getroffen.

Bildlegende: Umgestürzte Bäume Bei Brest stürzte der Sturm zahlreiche Bäume um. Twitter/Meteo Express

Am Morgen fast 200 Kilometer pro Stunde

Am Montagmorgen war primär die Bretagne vom extremen Sturm betroffen. Auf der Messstation Camaret-sur-Mer in der Nähe von Brest wurde ein Höchstwert von 193 Kilometern pro Stunde gemessen. Ebenfalls in der Bretagne wurde an der Messstation Ouessant ein Wert von 191 Kilometern pro Stunde verzeichnet. Etwas weiter südöstlich an der französischen Atlantikküste wurden auf der Station Ile de Groix 180 Kilometer pro Stunde registriert. Der Sturm zieht in den kommenden Stunden nach Südosten weiter und verlässt damit die Küste. Er wird zwar schwächer, trotzdem muss in den dichter besiedelten Gebieten mit schweren Schäden gerechnet werden. Mitte Vormittag erreichte der Sturm bereits die Stadt Angers an der Loire mit mehr als 100 Kilometern pro Stunde. Gemäss Medienberichten sollen bereits 180‘000 Menschen in der Bretagne ohne Strom sein.

Gefahr droht auch Südfrankreich

In den nächsten Stunden muss auch in Südfrankreich mit Sturmböen gerechnet werden. Danach zieht „Yannik“ in den Mittelmeerraum. Dies wird auch auf Korsika und Sardinien zu Sturmböen führen.

Und bei uns?

Auch in der Schweiz muss am Nachmittag und Abend wieder mit einer Zunahme des Windes gerechnet werden. Auf den Jurahöhen und auf den westlichen Alpengipfeln sind vereinzelt wieder Orkanböen möglich. Im westlichen Mittelland, in der Ajoie und im Unterwallis muss mit Böen zwischen 60 und 80 Kilometern pro Stunde gerechnet werden. In der Nacht setzt Nordföhn ein. Zuerst ist vor allem die Simplongegend betroffen, am Dienstag kommt der Nordföhn im Tessin und zum Teil auch in den Bündner Südtälern auf. Auch in Tallagen kann es dort Böen bis 80 Kilometer pro Stunde geben. Ab Mittwoch flaut der Wind langsam ab, aber bereits am kommenden Wochenende muss mit neuem Sturm gerechnet werden. Länger anhaltendes ruhiges Hochdruckwetter ist zurzeit nicht in Sicht.