Oktober 2015: Abrechnung

Abgesehen von der Trockenheit, brachte das Oktoberwetter keine grossen Überraschungen. Öffnet man den Blick von regional zu global, ändert sich das Drehbuch allerdings schlagartig.

0815 Oktobertemperaturen?

Beinahe. Die Temperaturen lagen bis zu einem Grad unter dem Erwartungswert. Der Oktober 2015 fiel auf der Alpennordseite daher durchschnittlich oder ein bisschen kühler aus als normal. Eindeutigere Abweichungen zeigen die Niederschlagsdaten: Der Oktober war vielerorts zu trocken. Im Flachland und in den Juraregionen kamen gar nur 20 bis 50 Prozent des zu erwartenden Niederschlags vom Himmel. Im Flachland und in den Alpentälern sorgten die vielen Hochnebeltage zudem für weniger Sonnenschein als gewohnt. Ein gewöhnlicher Oktober im Süden: Sowohl Temperatur, Niederschlag als auch Sonnenschein zeigen kaum Abweichungen zu den Erwartungswerten.

Global vs. regional

Unsere durchschnittlichen Oktobertemperaturen entsprechen nicht ganz den weltweiten Schlagzeilen. Auf globaler Ebene reihen sich die Wärmerekorde.

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Es gibt eine einfache Erklärung für die Unterschiede: Wie man Wetter nicht direkt mit Klima vergleichen kann, sowenig entsprechen globale Aussagen dem regionalen Wetter. Im vergangenen Jahr haben Hitzewellen in Indien, Pakistan und Südafrika Schlagzeilen gefüllt. Gleichzeitig beschäftigte die Bewohner der peruanischen Anden eine Kältewelle. Das regional so unterschiedliche Wetter gibt global dennoch ein einheitliches Bild: Es ist und bleibt zu warm, viel zu warm.