Ozonloch über dem Nordpol

Über der Arktis formiert sich ein rekordverdächtiges Ozonloch. Sofern sich das stratosphärische Strömungsmuster nicht mehr gross ändert, könnte im Frühling UV-B Strahlung zur erhöhten Sonnenbrandgefahr führen.

Was haben wir zu erwarten?

In diesem Frühling könnte es über der Nordhalbkugel möglicherweise ein rekordverdächtig grosses Ozonloch geben. Sofern das stratosphährische Strömungsmuster sich nicht mehr gross ändert, müssen Menschen auf der Nordhemisphäre im März und April mit einer deutlich erhöhten Hautkrebsgefahr rechnen. Dies teilte das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) mit. Die UV-Strahlung im Frühling könnte ähnlich stark wie im Hochsommer sein. Vor allem hellhäutige Menschen, Kinder sowie auch empfindliche Pflanzen könnten dies zu spüren bekommen. Ein erhöhter Sonnenschutz wäre somit erforderlich.

Wie kommt es zum Ozonloch?

Über der Arktis hat sich seit Anfangs Winter ein stabiler Tiefdruckwirbel gebildet, in dem in 20 km Höhe extreme Temperaturen von -90 Grad herrschen. Bereits ab -78 Grad entstehen dort sogenannte Stratosphärische Wolken (oder Perlmuttwolken genannt), an welchen die durch den Menschen in die Umwelt gelangten Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) das Ozon abbauen. Die Forscher gehen davon aus, dass bis Mitte Februar mehr als ein Viertel des Ozons zerstört sein wird. Die atmosphärischen Bedingungen zeigen laut Alfred-Wegener-Institut bereits jetzt ein Zerstörungspotenzial, das den bisher grössten Ozonabbau im Winter 2010/2011 noch übertreffen könnte. Grund für das Zerstörungspotenzial ist der Polarwirbel in der Stratosphäre, welcher sich im Polarwinter ausprägt und den meridionalen Ozonaustausch verhindert. Der Polarwirbel über dem Nordpol ist in diesem Jahr stärker ausgebildet als sonst. Auch wenn es immer wieder sogenannte «warmings» gibt, also Wärmeeinbrüche im Polarwirbel, stehen die Modellprognosen auf kalt in der Stratosphäre über dem Nordpol.

Wieso ist die Ozonschicht so wichtig für uns?

Ozon ist ein Spurengas, welches in hoher Konzentration in der Stratosphäre vorkommt, und zwar in einer Höhe zwischen 15 und 50 km. Am meisten vom dreiatomigen Sauerstoffatom gibt es in einer Höhe zwischen 20 und 30 km Höhe. Diese Schicht hält die krebseregende Ultraviolette-B Strahlung zu rund 95 % zurück. UV-B Strahlung ist der energiereiche Anteil des Lichtes, welche die menschlichen Hautzellen zerstörren kann. Die Folge ist Hautrötung oder eben Sonnenbrand.