Regen kann Trockenheit nicht stoppen!

Heute (Freitag-)Abend gibt es stellenweise den ersten Novemberregen. Allerdings bleiben die Regenmengen äusserst bescheiden, und so geht die grosse Trockenheit noch bis mindestens Mitte der nächsten Woche weiter.

Ein Land wartet auf Regen! An vielen Orten fiel im Monat November noch kein einziger Tropfen Regen. Heute Abend erreicht uns nun die erste Störung. Sie bringt allerdings nur dem Nordrand der Schweiz und im Osten bis morgen Vormittag schwachen Regen. Mehr als 1 bis 2 Millimeter liegen wohl kaum drin, und an einigen Orten bleibt es weiterhin trocken. Der Westen, das Wallis und das Tessin liegen ausserhalb der Störungszone, und dort ist Regen auch weiterhin kein Thema.

Im November war es bis jetzt meist sonnig, zumindest in der Höhe, wie hier in Waldstatt.

Bildlegende: Sonne satt Im November war es bis jetzt meist sonnig, zumindest in der Höhe, wie hier in Waldstatt. Monika Brunner

Erster Regen seit dem 29. Oktober

An den meisten Orten in der Schweiz hat es seit dem 29. Oktober keinen Regen mehr gegeben. Viel schlimmer ist aber die lange andauernde Trockenheit. An vielen Orten war der Sommer 2015 zusammen mit dem Sommer 2003 der trockenste seit langer Zeit. Danach ging in diesem Jahr die Trockenphase weiter. Auch der September und Oktober waren im Norden deutlich zu trocken, und so hält die Trockenphase nun schon seit mehr als fünf Monaten an. Im Gegensatz zu 2003 war allerdings der Frühling 2015 sehr nass, und Ende Mai war an vielen Orten der Grundwasserpegel extrem hoch, so dass sich die grosse Trockenheit in Gebieten mit grossen Grundwasserströmen nicht so extrem auswirkte.

Im letzten Jahr stand zu dieser Zeit Locarno unter Wasser.

Bildlegende: Vor einem Jahr! Im letzten Jahr stand zu dieser Zeit Locarno unter Wasser. Barbara Knoth

Vor einem Jahr Hochwasser am Lago Maggiore

Im November können die Niederschlagsunterschiede sehr gross sein. 2011 fiel im November an vielen Orten in der Schweiz nicht ein einziger Regentropfen, so beispielsweise in Glarus, Adelboden, Altdorf, Luzern und Davos. Ganz anders vor einem Jahr: Damals gab es am Lago Maggiore schwere Überschwemmungen, und Hangrutsche forderten im Tessin Todesopfer. In Lugano und im Val Bavona war es der nasseste November seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen. Auf der Messstation Robiei wurden damals in einem Monat 800 Millimeter Regen verzeichnet. Das entspricht dem durchschnittlichen Jahresniederschlag in Basel oder Chur.

In der Höhe hat es in den kommenden Tagen etwas mehr Wolken. Bild von der Rigi am 11. November.

Bildlegende: Nicht mehr ganz so sonnig In der Höhe hat es in den kommenden Tagen etwas mehr Wolken. Bild von der Rigi am 11. November. Peter Gonser

Wann kommt der grosse Regen?

Abgesehen vom Regen der kommenden Nacht bleibt es bis Dienstag in der Schweiz weitgehend trocken. Danach kommen wir wahrscheinlich in eine kräftige Westströmung. Sie bringt zwar zeitweise Regen, allerdings vermag auch dies die Trockenheit vorerst noch nicht zu stoppen. Erst in der übernächsten Woche könnte es nach gewissen Modellen intensiveren Regen und allenfalls auch eine markante Abkühlung geben.