Schnee bis 400 Meter und Orkan auf dem Jura

Am Samstag zeigte das Thermometer in Giswil noch 20 Grad, am Sonntagmorgen fiel Schnee bis gegen 400 Meter. Dazu wurde der Sturmwind wieder stärker. Auf dem Chasseral wurden am Sonntagmorgen 141 Kilometer pro Stunde gemessen, und auch im Flachland gab es stellenweise 90 Kilometer pro Stunde.

Der Wetterwahnsinn ging auch am Sonntagmorgen weiter. Nach den rekordhohen Temperaturen vom Samstag versetzte eine Kaltfront die Temperaturen praktisch in den freien Fall. In Möhlin im Fricktal zeigte das Thermometer um Mitternacht noch 12 Grad an, am Morgen um 8 Uhr lag die Temperatur gerade noch 1,6 Grad, und bis auf 400 Meter waren in der Nordwestschweiz Schneeflocken zu bewundern. Gleichzeitig lag in den Alpen die Schneefallgrenze bei 1400 bis 2000 Metern. Dort sinkt die Schneefallgrenze im Laufe des Vormittages auch noch bis in tiefe Lagen. Im Flachland trocknet die Luft am Nachmittag hingegen wieder ab, so dass es höchstens stellenweise weiss werden dürfte.

Am Sonntagmorgen meldete sich der Winter in der Lenzerheide zurück.

Bildlegende: Wintereinbruch Am Sonntagmorgen meldete sich der Winter in der Lenzerheide zurück. Marco Stocker

Mit Kaltfront erneut Orkanböen

Die Kaltfront bringt aber nicht nur tiefe Temperaturen sondern erneut auch Orkan ins Land. Auf dem Chasseral wurde am Sonntagmorgen ein Spitzenwert von 141 Kilometer pro Stunde gemessen. Jetzt stürzt die Kaltfront über die Jurahöhen ins Mittelland. Dies verursacht am Jurasüdfuss den sogenannten Joran. Bereits am Sonntag in der Früh wurde in Neuenburg ein Spitzenwert von 91 Kilometern pro Stunde verzeichnet. Im Laufe des Tages muss zuerst in den nördlichen Alpentälern, am Nachmittag mit Nordföhn auch in den südlichen Alpentälern mit heftigen Sturmböen lokal mit Orkan gerechnet werden.

Achterbahn total!

Seit Donnerstagabend erlebt die Schweiz Sturm und eine Berg- und Talfahrt der Temperaturen. Die stärksten Böen wurden in der Nacht zum Samstag gemessen. Die Maximalböe verzeichnete der Säntis mit einem Wert von 170 Kilometern pro Stunde, aber auch sonst wurden an verschiedenen Orten Orkanböen verzeichnet, so beispielsweise auf dem Titlis und auf Crap Masegn mit je 143 Kilometer pro Stunde oder auf dem Pilatus mit 140 Kilometern pro Stunde. Im Flachland wurde der Maximalwert mit 101 Kilometer pro Stunde im solothurnischen Niederamt verzeichnet. Im Puschlav sorgte der Nordföhn für einen Spitzenwert von 131 Kilometern pro Stunde.

Am Samstag Rekordtemperaturen

Hinter den Sturmwinden vom Freitag auf Samstag gelangten wir zwischen den Fronten in den sogenannten Warmsektor und der warm extrem. Am Samstagmorgen wurde es in Cevio im Maggiatal mit Nordföhn 22,7 Grad warm. Im Laufe des Tages drehte der Wind immer mehr von Nordwest auf Südwest. Damit wurde es auch im Norden ungewöhnlich warm. In Giswil zeigte das Thermometer am Nachmittag genau 20 Grad. Zum Vergleich: Am 14. Juli 2014, also genau vor einem halben Jahr, war die Maximaltemperatur in Giswil bei 14 Grad. Warm war es aber nicht nur im Kanton Obwalden, sondern auch in Luzern. Mit Pilatusföhn zeigte dort das Thermometer 19,3 Grad. In Thun wurden am Samstag gut 18 Grad, in Pratteln knapp 18 Grad gemessen. In Locarno lag am Samstagnachmittag die Temperatur sogar bei 20,5 Grad. Im Tessin geht es auch am Sonntag dank Nordföhn mit hohen Temperaturen weiter. Es werden bis 16 Grad erwartet.

Montag wieder mild

Am Montag wird es vor allem auf den Bergen wieder mild. Auf 2000 Metern Meereshöhe dürfte es wieder +3 Grad geben, im Flachland liegen die Höchstwerte ungefähr bei 8 Grad. Auch in der kommenden Woche gibt es mit den Temperaturen ein Auf und Ab. Dazu bleibt es vor allem auf den Bergen stürmisch.