Sonnensturm zaubert Polarlicht

Im Moment sind besonders farbige und schöne Polarlichter zu beobachten. Wie der Name sagt, aber leider nur in den Polregionen.

Wie kann die Sonne unseren Himmel zum leuchten bringen?

Auf der Sonne tobt derzeit ein starker geomagnetischer Sturm. Bei uns hat dies faszinierende Polarlichter zur Folge. Auslöser sind geladene Teilchen: Sie werden bei Sonnenstürmen von der Sonne weggeschleudert und gelangen als sogenannter Sonnenwind in den Weltraum. Trifft der Sonnenwind auf die Erde, werden die Teilchen vom Erdmagnetfeld zu den Polen abgelenkt. Die geladenen Teilchen der Sonne regen die Moleküle der Erdatmosphäre an. Diese senden dann farbiges Licht aus, das wir als Polarlicht sehen. Polarlichter heissen im Norden Aurora Borealis, im Süden Aurora Australis. Bei uns sind sie nur äusserst selten zu beobachten.

Wie entstehen die verschiedenen Farben?

Verantwortlich sind verschiedene Gasmoleküle. Unsere Atmosphäre besteht vor allem aus Sauerstoff und Stickstoff. Sauerstoff sendet rotes Licht aus, meist in einer Höhe von 200 km. Weiter unten in der Atmosphäre, auf etwa 100 km Höhe, treffen die angeregten Sauerstoffmoleküle vermehrt auf andere Teilchen: Das Licht wird grün. Für die Anregung von Stickstoff braucht es sehr viel Energie. Nur bei sehr schnellem Sonnenwind wird Stickstoff in 1000 km Höhe angeregt. Stickstoff sendet violettes Licht aus. Der aktuelle Sonnenwind ist 600 km/s (pro Sekunde!) schnell und enthält 10 Teilchen pro Kubikzentimeter. Der starke Sturm ist auf der Sonne als Loch in der Sonnenkorona sichtbar, der Gashülle um die Sonne.

Gelb-orange Sonnenscheibe mit Gashülle darum herum. Alles scheint in Bewegung. Unten ist ein grosses, dunkles Loch zu sehen.

Bildlegende: Die schwarze Zone ist das Coronale Loch vom 15. Februar 2016 NASA