Tiefdruckwetter im Überfluss

Können sie sich an das letzte stabile Hochdruckwetter erinnern? Wohl eher schlecht. Seit dem Jahreswechsel werden wir nämlich von Tiefs oder deren Fronten im mindestens 2-Tagestakt überfahren.

2015 endete mit Hochdruckwetter

Das letzte stabile Hoch, welches sich über Tage mehr oder weniger halten konnte, fand letztes Jahr im Dezember statt. Der Dezember machte zwar mit Schneemangel von sich Reden, dafür aber zeigte sich die Sonne zum Teil mehr als doppelt so oft im Vergleich zum langjährigen Mittel. Dass das Schweizer Wetter im Dezember immer wieder hochdruckbestimmt war, belegt auch die Luftdrabweichung im Vergleich zur Klimanorm (1981 - 2010). 10 bis 12 hPa höheren Luftdruck brachten unter anderem den Alpen enorm viele Sonnenstunden.

Diese Grosswetterlage, welche sich im Dezember oft wiederholte, nennt man auch «blocking action». Die Blockierung der aussertropischen Westwinddrift durch ein beständiges Hoch. In der Folge transportiert der Jet Stream, unser Tief-Förderband, die Tiefdrucksysteme weit um das blockierende Hoch. Im Fall vom Dezember 2015 wurden die Tiefs über Schottland nach Nordskandinavien geleitet.

Ganz anders der Start ins 2016

Seit dem Jahreswechsel ist Schneemangel an den meisten Orten kein Thema mehr. Ein Tief jagte das andere und versorgte unser Alpenland mit Wolken, Regen und Schnee. Sonnenschein Fehlanzeige. Im Januar und im bisherigen Februar kamen an vielen Orten nur gerademal die Hälfte der Sonnenstunden zusammen, welche im langjährigen Mittel zu erwarten wären. Ein stabiles Hoch, wie im letzten Dezember, sucht man auf den Archivwetterkarten vergeblich. Allerhöchstens ein Zwischenhoch - eingeklemmt zwischen zwei Fronten - besuchte die Schweiz für 1 bis 2 Tage. Dass das Wetter im Januar und im bisherigen Februar tiefdruckbestimmt war, belegt auch die Druckabweichung im Vergleich zur Klimanorm (1981 - 2010). Im Zeitraum vom 1. Januar 2016 bis 20. Februar 2016 lag der Luftdruck rund um die Britischen Inseln etwa 8 hPa unter der Klimanorm und auch in Mitteleuropa ist die Druckanomalie weit im Minus. Somit gab es in diesem Jahr noch kein «blocking action». Die mehr oder weniger feuchte Westwinddrift hatte uns bis heute fest im Griff und wird es auch in der letzten Februarwoche einfach haben. Ein stabiles Hoch mit «blocking action-Charakter» ist weit und breit nicht in Sicht.