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Von Hitze bis Schnee Was uns der Oktober bringen kann

Farbige Bäume, sanftes Licht in der Höhe und Nebelschwaden im Tal, so stellen wir uns den Oktober vor. Aber der Oktober kann auch anders. Damit Sie für alles gewappnet sind, haben wir haben in den Wetteraufzeichnungen gestöbert und einige Launen des Monats herausgepickt.

Nebelschwaden über einer mit Reif überzogenen Landschaft.
Legende: Die nebligste Region liegt im Oktober zwischen Aarau und Schaffhausen. Der Jura (hier im Bild) hält den Nebel dagegen oft von der Nordwestschweiz ab. O. Wehrli

Am Morgen kühl mit 6 Grad, am Nachmittag knapp mild mit 15 Grad. Das darf man von einem durchschnittlichen Oktobertag erwarten. Anfang Oktober 1985 wähnten sich deshalb wohl einige Basler im falschen Film, als sich während mehreren Tage eine hochsommerliche Wärme über die Stadt legte. Die gemessenen 29.6 Grad sind bis heute nördlich der Alpen unerreicht.

Mannshohe Schneemassen

Verschneites Zürich
Legende: Die 20 cm nassen Schnee im Oktober 2008 brachten beträchtliche Schäden an noch belaubten Bäumen. Keystone

Nur in Grono im Misox wurde es einmal noch heisser mit über 30.4 Grad. Am gleichen Ort lagen im Oktober aber auch schon 8 cm Schnee. Unvergessen für viele Zürcher ist der Oktober 2008, als die Stadt unter einer bis zu 20 cm tiefen Schneedecke verschwand. Schon weiter zurück ist der sehr winterliche Oktober 1974. Er brachte in den Bergen Unmengen Schnee. Auf der Grimsel türmte sich das winterliche Weiss bis 2 Meter hoch.

Unzuverlässiger Jura

Kein Wunder, war dieser Monat auch extrem trüb. Auf dem Juragipfel La Dôle schien die Sonne damals lediglich während 18 Stunden. Damit unterbietet dieser Berg sogar die Minusrekorde in den Nebellöchern des Mittellandes. Dabei kann es dort oben so schön sein: Auf dem gleichen Gipfel strahlte die Sonne im Oktober 1985 über 250 Stunden lang, also gut 8 Stunden pro Tag.

Wie bei Clint Eastwood

Im Oktober 1943 muss es in der Ostschweiz und in Graubünden ausgesehen haben wie in einem Westernfilm: Hinter Pferdegespannen stoben riesige Staubwolken davon. An einigen Orten fiel ganzen Monat fiel z.B. kein einziger Tropfen Regen und der Säntis blieb völlig schneefrei. Das andere Extrem gab es im Jahr 1993. In Camedo/TI goss es tagelang wie aus Kübeln. Bis zum Monatsende prasselten 1161 mm Regen nieder, mehr als Bern in einem ganzen Jahr erhält.

Es kommt, wie es kommt

Frau am Baden im Fluss
Legende: Einen Sommertag im Oktober gibt es in tieferen Lagen etwa alle 3 bis 10 Jahre. Keystone

Ob wir im Oktober 2017 neue Rekorde schreiben, steht noch völlig offen. Extreme Ereignisse lassen sich nicht weit im Voraus erkennen. Selbst grobe Trends wie z.B. ob der Monat feucht oder trocken wird, sind zurzeit nur mit mässiger Erfolgsquote zu erkennen. Es bleibt uns nichts anderes übrig als mit der alten Wetterweisheit zu leben: "Es chunt, wie's chunt".