Was verrät uns eine Eisbahn über das Klima?

Sie ist wieder geöffnet: die grösste Natureisbahn Europas. In Davos dauerte die Schlittschuhsaison früher rund 100 Tage. Heute sind es viel weniger, dieses Jahr könnte die Saison so kurz ausfallen wie noch nie zuvor.

Mit 18`000 Quadratmetern ist sie die grösste Europas und sucht auch weltweit ihresgleichen. Die Natureisbahn in der Alpenstadt Davos ist ein vergängliches Kunstwerk aus fast 5 Millionen Litern Wasser.

Wetter ist entscheidend für den Aufbau

Für den Beginn der Arbeiten braucht es 25 Zentimeter Neuschnee. Walzen und Pistenfahrzeuge pressen den Schnee auf eine 5 Zentimeter dicke Grundlage. Mit der anschliessenden Wässerung wird das eigentliche Fundament des Feldes gelegt. Unebenheiten und Löcher werden immer feiner ausgeglichen und aufgefüllt. Nächte mit Dauerfrost sind entscheidend. Wenn kein Wärmeeinbruch dazwischen kommt, ist das Eis nach 4 bis 5 Tagen hart genug für die Eismaschine. Sie gibt der Bahn den letzten Schliff. Aber auch nach der Eröffnung muss das Eis zwei Mal am Tag mit frischem Wasser bespritzt werden. Die Kufen der Schlittschuhe nutzen die Oberfläche ab. Zudem geht auch unten Eis durch die Wärme des Erdbodens verloren.

Aussagen über die Klimaveränderung

Es wird wärmer; entsprechend schmelzen in den Alpen die Gletscher. Das ist bekannt. Ein Einblick in die Statistik der Natureisbahn geht in die gleiche Richtung. Die Chronik geht bis ins Jahr 1894 zurück. Früher war die Saison deutlich länger als heute. Vor 1960 dauerte die Eissaison meist über 100 Tage von November bis März. Nach 1960 verkürzte sich die Schlittschuhzeit meist auf 60 bis 90 Tage. Die kürzeste Saison erlebte Davos im Winter 2000/01 mit nur 56 Tagen.

Neuer Rekord?

Der Dezember 2014 war sehr mild und der Schnee kam erst spät. So musste die diesjährige Eröffnung zum ersten Mal in den Januar verschoben werden. Eine noch kürzere Saison als im Winter 2000/01 ist somit sehr wahrscheinlich. Immerhin, das Warten hat sich gelohnt: zur Eröffnung scheint am Mittwoch und Donnerstag oft die Sonne.

Quellen: Destination Davos Klosters, Walter Bäni