Weltorganisation bestätigt: 2015 war mit Abstand wärmstes Jahr!

Heute hat nun die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) offiziell bestätigt. 2015 war das wärmste Jahr. Es war mehr als 1 Grad wärmer als die Durchschnittstemperatur in der vorindustriellen Zeit, vor allem aber: 2015 war nochmals 0,16 Grad wärmer als das bisherige Rekordjahr 2014.

Schon im November wurde vermutet, dass 2015 weltweit gesehen das wärmste Jahr der neueren Geschichte werden würde. Jetzt ist es offiziell: Die Weltorganisation für Meteorologie hat am heutigen Montag bestätigt, dass 2015 weltweit das wärmste Jahr war. Wie die Organisation sagte, sei es das erste Mal gewesen, dass der Durchschnittswert aus der vorindustriellen Zeit um mehr als 1 Grad übertroffen worden sei. Die 5-Jahresperiode von 2011 bis 2015 sei die wärmste seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen gewesen.

Auch die Gletscher in Südamerika schmelzen zurzeit sehr stark, im Bild der Viedma-Gletscher in Argentinien.

Bildlegende: Schmelze in Südamerika Auch die Gletscher in Südamerika schmelzen zurzeit sehr stark, im Bild der Viedma-Gletscher in Argentinien. FB

Vorjahresrekord massiv übertroffen

Bereits Ende der vergangenen Woche erklärte auch der amerikanische Klimadienst NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) das Jahr 2015 zum weltweit wärmsten Jahr. Gemäss amerikanischen Angaben lag die Durchschnittstemperatur um 0,9 Grad über dem Mittelwert des 20. Jahrhunderts. Bemerkenswert ist aber vor allem der Temperaturanstieg gegenüber dem Vorjahr, das selber ebenfalls schon einen neuen Rekord brachte. Im Jahr 2015 lag die globale Temperatur nochmals 0,16 Grad über dem Vorjahresrekord. Noch in keinem Jahr wurde der bestehende Höchstwert um so eine Differenz übertroffen. Zu den 16 wärmsten Jahren seit Messbeginn am Ende des 19. Jahrhunderts gehören alle 15 Jahre des 21. Jahrhunderts. Nur 1998 konnte weltweit gesehen diese Phalanx durchbrechen.

In praktisch allen Gebieten der Erde schmilzt das Eis rasant vor sich hin.

Bildlegende: Eisschmelze In praktisch allen Gebieten der Erde schmilzt das Eis rasant vor sich hin. FB

Bleibt das 2-Gradziel eine Utopie?

Erst im Dezember 2015 hatte sich die internationale Staatengemeinschaft im Abkommen von Paris darauf verständigt, alles zu unternehmen, dass sich die Erdtemperatur bis zum Ende des Jahrhunderts um maximal 2 Grad erwärmt. Zum Vergleich: Gegenüber dem Ende der letzten Eiszeit vor rund 12‘000 Jahren ist die globale Temperatur um rund 6 Grad angestiegen. Entsprechend wies heute WMO-Generalsekretär Petteri Taalas darauf hin, dass nur bei einem drastisch reduzierten Ausstoss der Treibhausgase dieses Ziel zu erreichen sei.

So sah 2015 die Temperaturverteilung auf unserem Globus aus. Europa gehört zu den warmen Gebieten.

Bildlegende: Globale Temperatur 2015 So sah 2015 die Temperaturverteilung auf unserem Globus aus. Europa gehört zu den warmen Gebieten. National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA)

Temperaturanstieg nicht überall gleich

Global gesehen waren 10 der 12 Monate im Jahr 2015 die wärmsten überhaupt. Regional gab es aber doch grössere Unterschiede und nicht überall auf der Welt wurden 2015 Hitzerekorde verzeichnet. Extrem warm war es im zentralen und nördlichen Pazifik, was im Zusammenhang mit dem Klimaphänomen „El Nino“ auch nicht weiter überrascht. Rekordwerte gab es auch im indischen Ozean, in Teilen Europas und im Osten von Asien. Generell war es praktisch auf dem ganzen Globus zu warm. Nur wenige Gebiete waren kühler als der langjährige Durchschnitt, so Teile des nördlichen Afrikas und die Südspitze Südamerikas. Besonders kühl war es aber in Neufundland und im nördlichen Atlantik. Ob dies mit einer allfälligen Abschwächung des Golfstromes zu tun hat ist zurzeit unbestätigt.

Selbst im November war der Rhonegletscher noch weitgehend aper.

Bildlegende: Rhonegletscher Selbst im November war der Rhonegletscher noch weitgehend aper. David Volken

Keine Abkühlung in Sicht

Bereits jetzt wird spekuliert, ob 2016 nochmals wärmer sein würde. Dies ist durchaus möglich, da sich die Weltmeere nach wie vor im Bereich der Rekordtemperaturen bewegen, und Wasser auf Temperaturschwankungen viel träger reagiert als die Erdoberfläche. Dabei ist zu bedenken, dass rund 71 Prozent der Erdoberfläche mit Wasser bedeckt sind.