Wetter total: Mild, grau und nass

Im Oktober jagten sich die Wetterextreme: Es gab Schnee bis ins Flachland, aber selbst zum Monatsende noch sommerliche Temperaturen. Es war viel zu mild, aber gleichzeitig auch regenreich. In Lugano war es seit mindestens 50 Jahren der trübste Oktober, aber auch sonst machte sich die Sonne rar.

Der Säntis im Schnee

Bildlegende: Säntis tief verschneit. Paul Geissmann

Am 11. Oktober schneite es im Glarnerland bis auf den Talboden. Ein Ereignis, das es wahrlich nicht jedes Jahr gibt. Dennoch war der Oktober alles andere als kalt. Im Norden lagen die Temperaturen an den meisten Orten 2 bis 3 Grad über dem Referenzmittel der Jahre 1961 bis 1990. In Basel betrug die Durchschnittstemperatur im Oktober 2013 12,5 Grad. Damit liegt der Oktober 2013 auf Platz 4 in der langen Basler-Messreihe, die bis ins Jahr 1755 zurück reicht. Noch wärmer war der Oktober nur in den Jahren 2001 (14,2 Grad), 1995 (13,9) und 2006 (13,7). Gleich warm wie in diesem Jahr war in Basel der Oktober 2005. Auch die Tageswerte waren in Basel sehr hoch. An 7 Tagen wurde im Oktober die 20 Gradmarke überschritten, der Monatshöchstwert wurde am vergangenen Montag, dem 28. Oktober mit 24,8 Grad gemessen. Im Kanton Basel-Landschaft wurden an jenem Tag auf privaten Messstationen zum Teil Werte von über 25 Grad registriert. Dies notabene genau ein Jahr nach dem grossen Schneefall, der sich bis ins Flachland verirrte. Der absolute Monatshöchstwert wurde aber bereits am 22. Oktober in Buchs (SG) verzeichnet. Mit Föhn stieg die Quecksilbersäule auf 26,3 Grad. Erstaunlich sind all diese Temperaturwerte unter dem Aspekt, dass der Monat deutlich zu nass und auch zu sonnenarm war.

Der Säntis im Schnee

Bildlegende: Säntis tief verschneit. Paul Geissmann

Noch nie so wenig Sonne

Der Kanton Tessin beansprucht für sich den Titel der „Sonnenstube der Schweiz“. Im Oktober ging dieser Schuss aber nach hinten los. In Lugano war es seit Beginn der Sonnenscheinregistrierung im Jahre 1959 im Oktober noch nie so grau. Nur gerade 53 Stunden lang zeigte sich die Sonne. Bis jetzt stammte der Minusrekord aus dem Jahre 1987 mit immerhin 59 Stunden Sonnenschein. Auch die Regenmengen waren extrem. In Locarno fielen 286 Millimeter Niederschlag, dies entspricht einem Überschuss von rund 80 Prozent. Im Vergleich zum Oktober 2000 blieben die Mengen aber doch bescheiden. Beim grossen Lago-Maggiore Hochwasser gab es damals fast 440 Millimeter Regen in einem Monat.

Monte Lema im Schnee

Bildlegende: Monte Lema: tief verschneit Sabine Balmer

Nur in den Föhngebieten teilweise zu trocken

Auch nördlich der Alpen und inneralpin war es im Oktober zu nass. Vor allem am Genfersee, an den westlichen Voralpen und in weiten Teilen des Kantons Graubünden war es um 50 bis 110 Prozent zu nass. Nur in den Föhngebieten der Zentral- und Ostschweiz war es lokal zu trocken. Aber auch da gilt: Keine Regel ohne Ausnahme. In der Bündner Herrschaft, ebenfalls ein klassisches Föhngebiet, gab es doppelt so viel Niederschlag wie gewohnt.

Keine Änderung beim Wettertrend

Zu Beginn des Monats November geht es ähnlich weiter wie m Oktober. Es bleibt vorerst windig und mild. Vereinzelt gibt es aber einen kurzen heftigen Kaltlufteinbruch. So dürfte es vermutlich am kommenden Sonntag (3. November) zum Teil wieder bis unter 1000 Meter über Meer schneien.

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