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Meteostory zum Hitzejuli
Aus Meteostory vom 28.07.2022.
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Bleibt der Hitzesommer? Nach heissem Juli: keine Garantie auf Abkühlung

Der Juli 2022 gehört zu den heissesten seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen in der Schweiz. Im Mendrisiotto und im Puschlav dürfte es der heisseste Juli überhaupt werden. Doch wie geht es nach einem Hitzejuli weiter? 2006 war der August kühl und nass, 2003, 2015 und 2018 blieb es heiss.

Im Juli 2022 wurde es in Genf 38.1 Grad heiss, und es gab den einen oder anderen absoluten Höchstwert, so beispielsweise im Mendrisiotto. In Stabio bei Chiasso wurden 36.5 Grad gemessen, so viel wie noch nie zuvor an dieser Station. Selbstredend gehört der Juli 2022 auch zu den heissesten Julimonaten seit Messbeginn. Im Mittelland liegt er meist auf Platz 4 oder 5.

Eindeutig heisser war es im Juli 2006 und im Juli 2015. Der Juli 2015 war generell der heisseste in der Schweiz. Im Oberwallis, in den südlichen Walliser Tälern und stellenweise im Tessin befinden wir uns aktuell auf dem Temperaturniveau von 2015. Auf Rekordkurs befindet sich die Julimitteltemperatur im Mendrisiotto und im Puschlav.

Blick auf den Talkessel und den See rund um Poschiavo.
Legende: Im Talkessel von Poschiavo war der Juli 2022 der heisseste seit Messbeginn. FB

Hitze sorgt für Probleme

Hand in Hand mit der Hitze geht auch die grossen Trockenheit. An vielen Orten besteht grosse Waldbrandgefahr, im Wallis ist die Waldbrandgefahr zum Teil sogar sehr gross, also Gefahrenstufe 5 von 5.

Im Süden wurde stellenweise auch der Immissionsgrenzwert 1.5 für Ozon überschritten, der bei 180 Mikrogramm pro Kubikmeter liegt. Kräftiger Regen und eine deutliche Abkühlung wären ein Segen. Die Statistik gibt dazu allerdings keine klare Aussage.

Abendliche Emme.
Legende: In der Emme fliesst fast kein Wasser mehr. Tobias Messerli

2006: Absturz des Sommers

2006 war lokal der heisseste Juli in der Schweiz, und für den Bundesfeiertag wurde an vielen Orten ein Feuerverbot ausgesprochen. An vielen Orten setzten aber schon Ende Juli kräftige Niederschläge ein. Der August war kalt.

Seit 2006 gab es im Norden nie mehr einen nur annähernd so kalten August. Verbreitet lag er 1.5 bis 2 Grad unter der klimatologisch relevanten Norm der Jahre 1961 bis 1990. Auch 1983 änderte sich das Wetter zum Monatswechsel dramatisch. Gab es am 31. Juli in Basel noch 38.4 Grad wurden am 3. August als Höchsttemperatur nur noch 16.8 Grad gemessen. Auf dem knapp 2000 Meter hohen Moléson lag Anfang August Schnee.

Jahrhunderthitze 2003

Ganz anders 2003: Nach dem heissesten Juni und einem heissen Juli wurde es im August erst richtig heiss. An vielen Orten wurden die höchsten Temperaturen überhaupt gemessen. Auch der nationale Höchstwert mit 41.5 Grad, gemessen in Grono im untersten Misox stammt aus dieser Zeit. Auch in den Jahren 2015, 2018 und 2019 folgte auf einen heissen Juli auch noch ein heisser August.

Blick von Castagnola über den Luganersee Richtung Süden.
Legende: Blick von Lugano Richtung Süden. Dort war es im Juli 2022 so warm wie noch nie zuvor. Heidi Erni Labhart

Und die kurzfristige Realität?

Nach den aktuellen Wettermodellen erreichen die Temperaturen am Wochenende und auch in der kommenden Woche wieder Temperaturen um 30 Grad, teilweise auch deutlich darüber. Auch der – zwar noch schwammige – Trend für die zweite Augustwoche geht zumindest von warmem Wetter aus, aber auch ein Fortgang der Sommerhitze ist durchaus möglich. Ein eindeutiger Kaltlufteinbruch ist nach den aktuellen Modellen vorerst nicht in Sicht.

SRF Meteo, 27.07.2022, 12:55 Uhr

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