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Regenwetter Kommt jetzt die Schafskälte?

Von Schafskälte spricht man, wenn die Temperaturen zwischen dem 4. und dem 20. Juni um mehr als 4 Grad unter dem langjährigen Schnitt liegen. Auch wenn die Temperaturen von Freitag auf Samstag um mehr als 5 Grad zurückgingen, ist es für richtige Schafskälte knapp zu warm.

Die Schafskälte ist eine sogenannte Wettersingularität, die mit grosser Wahrscheinlichkeit im Juni auftritt, ähnlich wie die Eisheiligen zwischen dem 12. und 15. Mai. Gemäss Definition darf von Schafskälte gesprochen werden, wenn die Nachmittagstemperatur in der Zeit zwischen dem 4. und dem 20. Juni um mehr als 4 Grad unter dem langjährigen Durchschnittswert liegt. Dieser «Schafskältewert» liegt im Mittelland bei einer Nachmittagstemperatur von 17,5 Grad, im Wallis und im Tessin bei 20,5 Grad.

Drei schwarze Schafe auf der Weide.
Legende: Schafskälte Schafe im Kanton Zürich. FB

Vorerst keine qualifizierte Schafskälte

Obwohl die Temperaturen von Freitag auf Samstag um gut 5 Grad zurückgingen, war es an den meisten Orten zu warm für einen richtigen «Schafskältetag». In Zürich lag die Höchsttemperatur bei 18 Grad und in Bern bei 17 Grad. Auch am Sonntag und Montag werden ähnliche Höchsttemperaturen erwartet, und ab Dienstag wird es von Tag zu Tag wieder wärmer. Im Tessin war am Samstag Schafskälte mit Höchstwerten stellenweise bei 25 Grad sowieso kein Thema.

Schafskälte mit 90 Prozent Trefferquote

Schon in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Schafskälte in Deutschland untersucht. Es wurde festgestellt, dass mit 90prozentiger Sicherheit die Schafskälte zwischen dem 4. und 20. Juni eintritt mit einem Maximum um den 11. Juni. Diese Trefferquote belegen auch die neueren Werte der Wetterstation am Zürichberg. Seit 2010 gab es nur ein Jahr, nämlich 2014, das ohne Schafskälte auskam. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass das Zeitintervall von 16 Tagen sehr weit gefasst ist.

Eine grosse Schafherde in der Zentralschweiz.
Legende: Schafskälte Im Winter tragen die Schafe noch viel Wolle. Im Juni ist dies nicht mehr zwingend der Fall. Urs Gutfleisch

Im letzten Jahr war die Schafskälte ein Volltreffer

Im vergangenen Jahr erlebten wir eine Schafskälte fast wie aus dem Schulbuch. Vom 3. auf den 4. Juni sackten die Temperaturen um 10 Grad ab. Solche Temperaturstürze sind für die Schafskälte typisch. Danach ging es sehr bescheiden weiter. Zürich, Bern und St. Gallen erlebten alle 8 «Schafskältetage», in Chur waren es 7 und in Sitten sowie im Tessin 5 Tage. So ausgeprägt wie im vergangenen Jahr war die Schafskälte in den 10 Jahren zuvor nie. 2012 und 2016 gab es immerhin 7 «Schafskältetage». Richtig übel war der Juni 1987 mit 11 Tagen, die das Schafskältekriterium erfüllten. A propos 1987: 1987 war der Frühling in der Schweiz letztmals eindeutig kälter als in diesem Jahr. Wenn das nur kein schlechtes Omen ist.

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