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Eggiwil/BE, Hansjörg Mader, Montag, 4. Juli ca. 17 Uhr
Aus Meteo Zusatzmaterial vom 05.07.2022.
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Unwetter-Videos Die Flutwelle der Emme von Montagabend

Kräftiger Gewitterregen war am Montagnachmittag gebietsweise zu viel des Guten. So kam es zum Beispiel an der Emme zu einem eindrücklichen Hochwasser, wie die Videos in der Galerie zeigen.

Bei Eggiwil/BE wurden 273 m3/s registriert, was der höchsten Gefahrenstufe entspricht. Vor 8 Jahren kam an dieser Messstation aber noch deutlich mehr Wasser. Weiter oben, im Raum Kemmeribodenbad, war dieses Ereignis grösser als vor 8 Jahren.

Anschutz

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Der Anschutz ist ein altertümlicher, in der Deutschschweiz aber noch verwendeter Begriff für den plötzlichen Anstieg von voralpinen Gewässern wie der Emme, der kleinen Emme oder der Lütschine. Nach Gewitterregen oder bei Schneeschmelze während Föhnwetterlagen können sich im Einzugsgebiet dieser Gewässer Flutwellen bilden, die oft Geröll und Schwemmholz mit sich führen und dadurch verheerende Wirkung auf Uferböschungen, Brücken oder Wehre haben. Quelle: Wikipedia

Alle 80 Jahre oder doch alle 8 Jahre?

Bei Unwettern wie Hochwassern spricht man oft von sogenannten Wiederkehrperioden. Ein 100-jährliches Ereignis wiederholt sich, statistisch gesehen, alle hundert Jahre. Theoretisch könnte es sein, dass sich ein Ereignis in einem Jahr dreimal wiederholt, dann aber 1000 Jahre nichts mehr passiert.

Die Hochwasserstatistik hat methodische Grenzen. So handelt es sich etwa bei den Abflussdaten um eine Stichprobe, die nur beschränkt repräsentativ ist für das tatsächliche Verhalten eines Gewässers.
Autor: BAFU Hochwasserstatistik

Woher kommt das viele Holz?

Auf den Videos ist gut zu sehen, wie zuvorderst an der Flutwelle Unmengen an Holz transportiert werden. Das Holz im Anschutz ist eine Mischung aus Totholz, welches im Bachbett liegt, sowie Bäumen und Ästen, welche neu von der Flutwelle mitgerissen werden. Die Kraft der Flutwelle entastet und entrindet die Bäume innerhalb von kurzer Zeit.

Weitere Hochwasser in Sicht?

In den kommenden Tagen ist die Wettersituation deutlich ruhiger. Wir erwarten vorerst keine unwetterartigen Regenfälle mehr. Der etwas längerfristige Trend deutet eher auf eine trockene Phase hin. Da viele grössere Gewässer eher wenig Wasser führen, könnten die Schlagzeilen schon bald wieder von der Trockenheit bestimmt sein.

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