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Aktiengesellschaft für Campus Horw - die Meinungen gehen auseinander.
Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 18.02.2021.
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Campus Horw Luzerner Regierung will Grossprojekt auslagern

In Horw will die Luzerner Regierung einen neuen Hochschul-Campus errichten. Den Bau und den Betrieb sollen aber eine AG übernehmen.

Der Kanton Luzern will in Horw zünftig investieren: Die Pädagogische Hochschule Luzern und das Departement Technik & Architektur der Hochschule Luzern sollen in Horw einen gemeinsamen Campus erhalten. Der Kanton rechnet mit Kosten von 365 Millionen Franken. Es ist das grösste Immobilienprojekt in der Geschichte des Kantons.

Veraltet und zu klein

Nötig wird der Um- und Ausbau, weil die heutigen Räumlichkeiten des Departements Technik & Architektur der Hochschule Luzern veraltet und zu klein sind. Die Schülerzahlen sowohl beim sogenannten «Technikum» in Horw wie auch an der Pädagogischen Hochschule Luzern steigen. Aus diesem Grund sollen die beiden Hochschulen in Horw zusammengeführt werden. Hier würden dann ab 2029 rund 4000 Studentinnen und Studenten täglich ein- und ausgehen.

Dank AG flexibler und schneller

Um diese Grossinvestition stemmen zu können, wendet die Luzerner Regierung einen Kniff an. Sie will eine Aktiengesellschaft gründen, welche den Campus Horw realisiert und später auch betreibt. Für diese Gründung beantragt die Regierung und Kantonsparlament dem Stimmvolk einen Kredit von 53.5 Millionen Franken. «Mit den heutigen Strukturen würde der Bau und Betrieb viel länger dauern – eine Aktiengesellschaft kann aber flexibler reagieren, eigentlich wie ein privater Investor», begründet der Luzerner Finanzdirektor Reto Wyss die Idee. Zudem belaste der Bau auch die Investitionsrechnung des Kantons nicht.

Eine Aktiengesellschaft kann viel flexibler reagieren.
Autor: Reto WyssFinanzdirektor Kanton Luzern

Für die Hochschulen ändere sich nicht viel, da diese heute schon dem Kanton Miete für die Räumlichkeiten bezahlen müssen. «Neu zahlen sie diese Miete dann einfach an die gemeinnützige AG», sagt Wyss.

Unterstützung findet die Luzerner Regierung bei SVP, FDP, CVP und Grünliberale. Sie stehen hinter der Vorlage.

«Finanzpolitischer Schlungg»

Nicht einverstanden mit den Plänen sind die Grünen. Sie haben als einzige Partei die Nein-Parole zur Vorlage beschlossen. «Bildung ist eine Kernaufgabe des Staates, da geht es auch um die Räumlichkeiten», sagt der Grüne Kantonsrat Maurus Frey. Deshalb sei eine Auslagerung des Baus falsch. Zudem verliere die Politik so auch an Einfluss.

Eine Auslagerung des Baus ist falsch. Die Politik verliert so auch an Einfluss.
Autor: Maurus FreyKantonsrat Grüne Luzern

Dies sieht auch Hasan Candan so, Kantonsrat der SP: «Das Ganze ist ein finanzpolitischer Schlungg.» Der Kanton müsse solche Investitionen selber stemmen können und dürfe das Heft nicht aus der Hand geben. Die SP hat Stimmfreigabe beschlossen, weil der Ausbau des Campus Horw grundsätzlich nicht bestritten sei, sondern nur die Art der Finanzierung.

Ausbau der Strasse durch die Lammschlucht

Die Luzerner Stimmberechtigten entscheiden zudem über einen Kredit von 26.1 Millionen Franken für die Änderung der Kantonsstrasse K36. Der Strassenabschnitt durch die Lammschlucht ist nicht nur in einem baulich schlechten Zustand. Es ereigneten sich auch fast jährlich grössere Steinschläge und Sturmschäden in dem Gebiet.

Die Strasse ist die einzige Verbindung von Schüpfheim nach Sörenberg. Nicht nur für die Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde Flühli ist sie wichtig, sondern auch für den Tourismus. Ein erster Abschnitt von 555 Metern soll jetzt neu gebaut werden. Herzstück dieses Projekts ist die neue Chlusbodenbrücke. Diese soll nicht nur die alte Brücke, sondern auch den engen Tunnel ersetzen. Hinter der Vorlage stehen alle Parteien von links bis rechts – nur die Jungen Grünen haben Stimmfreigabe beschlossen.

Regionaljournal Zentralschweiz, 18.02.2021, 17:30 Uhr;

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Kurt Lyner  (Kurt)
    wie kann man nur gegen einen solchen zukunftsgerechten Vorschlag sein. Ueberlegt: staatliche Vorhaben sin in jedem Fall immer die unwirtschaftlichsten, teuersten. Denn bedenkt doch die Tatsache, dass 1 CHFr. sobald er in den Klauen/Fängen der Oeffentlichkeit (Gemeinde, Staat oder Bund) ist sofort 50% seines wirtschaftlichen und innovativen Wertes verliert.
  • Kommentar von toufiq ismail  (time)
    Nicht nur werden somit Gewinne generiert und privatisiert. Typischerweise werden in einem solchen Fall gleich auch noch das öffentliche Beschaffungswesen ausgeschaltet. Der Steurezahler schaut in die Röhre.
  • Kommentar von Willi Fetzer  (wi)
    Noch immer nichts gelernt! Eine Privatisierung ist nicht billiger und nicht besser! ABER auf jeden Fall für die Zukunft teurer für die Allgemeinheit. Denn es ist kein Pestalozzi der da plant und baut, sondern Private! Und die wollen einfach nur Geld verdienen, nichts anderes! Und wer da was anderes sagt, lügt bewusst und will verschleiern!