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Im Tal regt sich Widerstand gegen den Park
Aus Rendez-vous vom 17.02.2021.
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Grenzübergreifendes Projekt Im Rätikon ist einer der grössten Naturpärke der Alpen geplant

Es ist ein ambitioniertes Vorhaben: Drei Regionen in der Schweiz, Liechtenstein und Österreich planen einen gemeinsamen Naturpark.

Mit einer Fläche von über 1'000 Quadratkilometern soll der «Internationale Naturpark Rätikon» einer der grössten Naturpärke im Alpenraum werden. Geplant ist, dass sich 30 Gemeinden im In- und Ausland mit insgesamt 77'000 Einwohnerinnen und Einwohnern daran beteiligen.

Der Rätikon

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Der Rätikon
Legende: Der Blick auf die Südwand der Drusenfluh erklärt, weshalb der Rätikon auch als «die Bündner Dolomiten» bezeichnet wird.

Von weither sind die hellgrauen Kalkwände der Drusenfluh zu erkennen und schon manch ein Spitzenkletterer hat in den Südwänden der Kirchlispitzen seinen Meister gefunden: Majestätisch türmt sich die Rätikon-Kette im Dreiländereck zwischen Graubünden, Liechtenstein und dem Vorarlberg auf.

Zu den bekanntesten Gipfeln der Gebirgsgruppe zählen die Schesaplana, die Zimbaspitze und die Sulzfluh. Das imposante Bergmassiv wird im Norden durch das österreichische Montafon und im Süden durch das bündnerische Prättigau begrenzt – und ist Namensgeberin für den geplanten internationalen Naturpark.

Anfang März entscheiden die möglichen Parkgemeinden im Bündner Prättigau an der Urne, ob sie am Projekt teilnehmen wollen oder nicht. Bei einer genügend grossen Zustimmung würde die Errichtungsphase bereits im nächsten Jahr starten.

Erwartete Chancen, befürchtete Risiken

Den Anstoss für das internationale Parkprojekt gab die Regionalentwicklung Prättigau/Davos. Mit dem Naturpark sollen der naturnahe Tourismus und die nachhaltige Entwicklung gefördert werden. Gleichzeitig muss die Qualität von Natur und Landschaft erhalten und aufgewertet werden; so will es das Gesetz.

Als Regionalentwickler sehe ich nur Chancen.
Autor: Georg FrommGeschäftsführer der Region Prättigau/Davos

Anders als in einem Nationalpark würden im Naturpark Rätikon weniger strenge Regeln gelten. Es gäbe auch keine neuen Schutzgebiete, sagt Georg Fromm von Prättigau Tourismus, der zu den Förderern des Naturparks zählt. Vom Park erhoffe er sich eine Aufwertung der Natur, der Wirtschaft und der Kultur. «Als Regionalentwickler sehe ich nur Chancen», so Fromm.

Wir erwarten, dass es für die Landwirtschaft und unsere Bergbahnen Einschränkungen gibt.
Autor: Marcel ConzettGemeindepräsident Grüsch

Kritischer tönt es aus dem unteren Teil des Prättigaus. «Wir sehen mehr Risiken als Chancen», sagt Marcel Conzett, Gemeindepräsident von Grüsch. Er glaube nicht, dass der Park keine Einschränkungen mit sich bringe, so wie dies die Befürworter behaupten. «Wir erwarten, dass es für die Landwirtschaft und unsere Bergbahnen Einschränkungen gibt», so Conzett.

Im Ausland fehlten die Grundlagen

Auf Schweizer Gebiet bestehen die rechtlichen Grundlagen für diesen «Regionalen Naturpark von nationaler Bedeutung» schon länger. Landesweit gibt es bereits 16 solche Pärke. Die beiden Partnerregionen im Ausland sind diesbezüglich weniger weit.

Karte des Naturparks
Legende: Der geplante Park erstreckt sich über drei Länder: Die Schweiz, Liechtenstein und Österreich. ZVG Region Prättigau/Davos , Link öffnet in einem neuen Fenster

Im österreichischen Bundesland Vorarlberg mussten zuerst die gesetzlichen Grundlagen für einen Naturpark geschaffen werden. In Liechtenstein ist der Aufbau eines Naturparks noch gar nicht geregelt. Ebenfalls ausstehend ist noch ein Grundsatzentscheid der Landesregierung zum Park. Wann dieser gefällt wird, ist offen.

Der Fahrplan in der Schweiz ist indessen klar: Nach der Abstimmung in den Prättigauer Gemeinden will das Projektteam Bilanz ziehen. Stehen genügend Gemeinden hinter dem Park und zeigt das künftige Parkgebiet keine allzu grossen Lücken, soll der Naturpark für vorerst drei Jahre errichtet werden. Für einen definitiven Betrieb von 2025 bis 2034 wäre erneut die Zustimmung der Prättigauer Gemeinden nötig.

SRF1 Rendez-vous, 17.02.2021, 12:30 Uhr;

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Ganz Lichtenstein ein Naturpark? Witzig. Aber warum nicht. Nur geht es mir bei meiner Meinung weniger um den direkten Schutz der Natur und Tierwelt, sondern eher darum, dass beim bewusst gewollten dauernden Anstieg der Bevökkerung, Räume zur verfügung gestellt werden, wo sich diese Freizeitlich erholen und aufhalten kann. Geschützt vor Zubetonierung und Verbauung. Die Berggemeinden sollen Profit haben wenn ihre schöne und geschützte Landschaft der Bevölkerung zur Erholung bereitgestellt wird.
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Ein klares JA, wenn es sich effektiv um den Schutz von Natur und Wildtieren handelt!
    Da die massiv von Menschen überbevölkerte Welt - Natur/Ökosysteme - Wildtiere unter den immensen: Ausbeutungen, Vergiftungen durch CHEMIE, Verstrahlung, Vermüllung = Zerstörung (Menschen) leidet, stirbt, braucht es unbedingt "Gebiete", welche zu betreten durch den Menschen - klar verboten sind!
  • Kommentar von Werner Gürr  (FrMu)
    Ich hoffe sehr, dass die betroffenen Talbewohner wie diejenigen im Bereich des einstmals geplanten Park Adula auch diesem Projekt eine deutliche Absage erteilen. Die Naturschützer wenden eine klar erkennbare Salamitaktik an. Es ist für mich offensichtlich, dass das Endziel ein total kontrollierter Raum sein soll, zu welchem der Mensch keinen oder nur einen extrem beschränkten Zugang hat. Es ist Zeit, dass man auch an die Bedürfnisse des Menschen denkt und nicht nur an diejenigen der Natur.
    1. Antwort von Silvia Grossenbacher  (Siku)
      Herr Gürr wollen Sie jetzt allen Ernstes die menschen als Opfer der Natur hinstellen? Bis jetzt wurden ja wohl immer die Bedürfnisse der Menschen berücksichtigt und was es der Natur gebracht hat ist wohl auch eindeutig..... oder ist jetzt plötzlich die Menschheit am aussterben?
    2. Antwort von Andreas Kissling  (aendu77)
      Sagen Sie mir bitte, dass das ironisch gemeint war!