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Wallis-Korrespondentin: «Die Regierung wiederspiegelt nun die politischen Realitäten.»
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 28.03.2021.
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Wahlen Kanton Wallis SVP beendet Dominanz der C-Parteien im Wallis

Franz Ruppen (SVP) wird neu in die Walliser Kantonsregierung gewählt. C-Parteien verlieren ihre Macht.

  • Der SVP-Nationalrat Franz Ruppen wird neu Staatsrat des Kantons Wallis.
  • Damit sichert er dem Oberwallis den zweiten Sitz in der Kantonsregierung.
  • Die C-Parteien müssen ihre Mehrheit abgeben.

Der bisherige Staatsrat Roberto Schmidt (CSPO) erhält am meisten Stimmen. Franz Ruppen (SVP) holt am zweitmeisten.

Porträt
Legende: Franz Ruppen holt für die SVP den durch die Abwahl von Oskar Freysinger 2017 verloren gegangenen Sitz zurück. Keystone

Die beiden Vertreter der deutschsprachigen Minderheit im Oberwallis konnten also deutlich mehr Wählerinnen und Wähler mobilisieren als die französischsprachigen Kandidaten. «Ich bin sehr glücklich, dass ich gewählt wurde», sagt Franz Ruppen. «Mich freut auch das gute Resultat.»

Warum die Wahl historisch ist

Serge Gaudin (CVPU) verpasste die Wahl und besiegelte damit die Niederlage der C-Parteien. Sie verlieren die Mehrheit. Erstmals seit 1997 haben sie nicht mehr drei Sitze in der Walliser Regierung – zuvor war ihre Vormachtstellung mit vier Sitzen gar noch grösser. Insgesamt während über 160 Jahren hatten die C-Parteien die absolute Mehrheit in der Regierung.

«Der Verlust schmerzt», sagt der wiedergewählte Christophe Darbellay von der CVP. «Wir müssen nun stärker als früher mit den anderen politischen Kräften Allianzen eingehen.»

Eine Hälfte der Bevölkerung fehlt gänzlich: Die Frauen.
Autor: Priska DellbergSRF-Korrespondentin

Für Wallis-Korrespondentin Priska Dellberg ist der Ausgang der Wahlen keine Überraschung. «Die Walliserinnen und Walliser wollen eine Regierung, in der alle grösseren Parteien vertreten sind.» Die Parteien seien nun tatsächlich angemessener vertreten – aus demokratischer Sicht bestehe aber noch kein Grund zum Jubeln. «Eine Hälfte der Bevölkerung fehlt in dieser Regierung gänzlich: Die Frauen.»

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Auffallend ist weiter, dass die Stimmbevölkerung aus dem Oberwallis die beiden Oberwalliser Kandidaten – Schmidt und Ruppen – stark unterstützt hat. «Serge Gaudin hingegen hat im Vergleich zum ersten Wahlgang massiv an Stimmen verloren», so Priska Dellberg.

Porträt
Legende: Serge Gaudin holt am wenigsten Stimmen und verpasst die Wahl in den Staatsrat. Keystone

SP-Nationalrat Mathias Reynard wurde auf den dritten Platz gewählt. Er ersetzt die zurücktretende SP-Gesundheitsdirektorin Esther Waeber-Kalbermatten, bisher einzige Frau im fünfköpfigen Gremium. Reynard ist mit seinen erst 34 Jahren das jüngste Regierungsmitglied im Wallis seit über 100 Jahren.

Wiedergewählt wurde der CVP-Staatsrat Christophe Darbellay. Seine Wiederwahl galt als sicher. Deutlich war die Wiederwahl am Sonntag jedoch nicht, Darbellay erhielt am wenigsten Stimmen aller Gewählten – weniger als der SP-Nationalrat Mathias Reynard. Wallis-Korrespondentin Priska Dellberg sagt: «Das Resultat von Darbellay ist ein Zeichen dafür, dass die Stimmbevölkerung die Dominanz der C-Parteien brechen wollte.»

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 28.03.2021, 13:00 Uhr;

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Meier  (Harz)
    Die CVP wird immer im Wallis noch von vielen aus Tradition gewählt, diese Stimmen werden wahrscheinlich demnächst auch noch verschwinden. Es wird somit nicht einfacher, die Partei muss Rückgrat gewinnen und dies ist mit gewissen Amtsträgern sehr schwierig (gilt übrigens für die ganze Schweiz, nicht nur für das Wallis). Insgesamt glaube ich, dass die Walliser keine schlechte Regierung gewählt haben. Gratulation!
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Auf Italienisch (von der CVP zur SVP): Dal male al peggio!
    1. Antwort von Christoph Stadler  (stachri)
      Ihre persönliche Meinung. Viele Walliser sehen das anders.
  • Kommentar von Daniel Häberlin  (Svensk)
    Auch wenn er hier nicht so im Zentrum steht, möchte ich einfach Mathias Reynard zu seiner Wahl in den Regierungsrat gratulieren. Bei den Ständeratswahlen 2019 ist er noch knapp gescheitert, umso mehr freut es mich, dass es jetzt bei den Regierungsratswahlen für ihn aufgegangen ist! Für einen Linken im konservativ-bürgerlichen Wallis ist dieses Ergebnis (das beste unter den Unterwallisern!) schon beachtlich. In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch, Mathias, und viel Erfolg in deinem neuen Amt!
    1. Antwort von Janusz Kaltenbacher  (anti_sozialist)
      Naja, so bürgerlich-konservativ ist das Wallis mit diesen C-Parteien schon lange nicht mehr, welche in den meisten Dingen der SP viel näher stehen, als der SVP. Die SP verteidigt nur ihren Sitz, die SVP gewinnt einen, im RR eine Korrektur nach rechts.
    2. Antwort von Daniel Häberlin  (Svensk)
      Ich habe ja gar nicht bestritten, dass Mathias Reynard lediglich den bisherigen SP-Sitz verteidigt hat. Gratulieren darf man ihm doch trotzdem dazu, oder? Zu den C-Parteien: CVP und CSP sind beide gesellschaftspolitisch erzkonservativ (warum wohl ist bspw. das Konkubinat im Wallis erst seit 1995 erlaubt?). Und bei vielen anderen Themen (Wirtschaft, Umwelt, Soziales, Militär) steht zumindest die CVP eindeutig auf der bürgerlichen Seite. Da steht die CSP eher noch etwas links der Mitte.