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Skigebiet Breuil-Cervinia 153 Menschen aus blockierter Gondelbahn befreit

Die Skitouristen mussten in den 12-plätzigen Gondeln südlich des Kleinen Matterhorns bis zu acht Stunden bis zur Evakuierung ausharren. Kurz vor Mitternacht wurden die letzten Gäste befreit.

Legende: Video Gondelbahn in Cervinia blockiert abspielen. Laufzeit 1:00 Minuten.
Aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 24.12.2016.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kurz vor Mitternacht an Heiligabend waren alle 153 Passagiere aus ihren blockierten Gondeln unverletzt aus ihrer misslichen Lage befreit worden.
  • Wegen starken Windes blieb die Gondelbahn im Skigebiet Breuil-Cervinia im Aostatal in Italien stecken.

Bei starkem Wind ist eine Seilbahn mit Dutzenden Menschen an Bord im Aostatal in Italien stecken geblieben. Evakuierungsmassnahmen liefen nach der Panne gegen 15.30 Uhr am Samstag umgehend an. Bis um 23.15 Uhr waren die letzten der 153 Passagiere aus den unbeheizten Gondeln gerettet, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Alle Passagiere seien wohlauf. Die Gäste seien von Bergrettern und Angehörigen der Guardia di Finanza ins Tal nach Cervinia begleitet worden.

Einzeln abgeseilt

Die Seilbahnanlage südlich der Schweizer Grenze bei Zermatt verbindet oberhalb von Breuil-Cervinia die Mittelstation Plan Maison auf 2550 Metern über Meer und die Laghi Cime Bianche , Link öffnet in einem neuen Fensterauf 2800 Metern. Die Seilbahn mit Gondeln mit je 12 Plätzen war wegen eines Defekts zum Stehen gekommen.

Rettungskräfte transportierten am Nachmittag Ausrüstung und Rettungsmaterial mit der Pendelbahn von Breuil-Cervinia zur Mittelstation Plan Maison. Von dort fuhren Pistenfahrzeuge unter die Gondelbahn. Die Passagiere mussten einzeln aus den Gondeln abgeseilt werden.

Etwa 150 Rettungskräfte beteiligt

An der Evakuierungs-Aktion waren etwa 150 Helfer beteiligt. Darunter etliche von den Cervino-Bahnen und Bergrettungsspezialisten der italienischen Guardia di Finanza. Aus dem benachbarten Zermatt wurden weitere Helfer mit Helikoptern der Air-Zermatt zur Unterstützung eingeflogen. Nach dem Eindunkeln wurden mit den Helikopter-Suchscheinwerfern die Gondeln angestrahlt, um den Helfern bei der Abseil-Operation zu unterstützen.

Das Skigebiet Breuil-Cervinia Valtournenche Zermatt erstreckt sich über drei Täler in Italien und der Schweiz, vom Kleinen Matterhorn (3883 m.ü.M.) bis hinunter nach Valtournenche.

Erinnerung an Störung am Montblanc

«Wir befinden uns auf einer Höhe zwischen 2300 und 2800 Metern», sagte der Präsident der Bergrettung im Aostatal, Adriano Favre, der Zeitung «Corriere della Sera». Der Wind sei stark und es sei sehr kalt. «Aber die Situation ist unter Kontrolle.»

Im September hatte es einen Störfall an einer Seilbahn am Montblanc gegeben. Mehr als 100 Menschen sassen damals in mehr als 3000 Metern Höhe fest. Verhedderte Kabel der Seilbahn waren der Grund für den Ausfall. Etwa 30 Menschen hatten die Nacht in der Bahn verbringen müssen, bis sie am nächsten Morgen wieder Boden unter den Füssen hatten.

Air-Zermatt-Helikopter beleuchten mit Suchscheinwerfern die Gondeln

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6 Kommentare

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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Wahrhaftig eine schöne Bescherung in dieser hochleben Nacht! Und wenn man oder frau mal "musste"? Nottoiletten wären der neue Standard, falls der Boden nicht schon ein Loch mit Deckel hat.
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    1. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      sehr praktisch gedacht Frau Zelget.. Das überlege ich mir auch immer, wenn aus irgendwelchen Gründen so eine Gondel festhängt. Ein sehr menschliches Problem überwiegt fast die Technik, die es immer schaffen, die Menschen auf sicheren Boden zu bringen.
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  • Kommentar von Thomas Mann (Freidenkerin)
    Hilft mehr besser? 150 Retter für 153 Leute. Ist das nicht etwas übertrieben?
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  • Kommentar von Ueli von Känel (uvk)
    Natürlich war es sehr unerfreulich für die Touristen, die in dieser Bahn lange ausharren mussten. Aber dieses Beispiel zeigt, dass auch Technologie nicht perfekt ist. Wir erwarten grundsätzliche Makellosigkeit - bei Bahnen wie in anderen Bereichen des Lebens. Diese Perfektion ist so nicht zu haben. Wir müssen anerkennen, dass der Mensch und dessen "Werk" nicht fehlerfrei sind. Wir tun demnach gut daran, unsere gegenseitigen ungesund überhöhten Erwartungen herunterzuschrauben. Es ist gesünder.
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