Zum Inhalt springen

Warnung der UNO 20 Millionen Menschen droht der Hungertod

Legende: Video Hungersnot in Afrika abspielen. Laufzeit 1:38 Minuten.
Aus Tagesschau vom 11.03.2017.
  • In vier Ländern könnten laut dem UNO-Nothilfekoordinator Stephen O’Brien insgesamt 20 Millionen Menschen verhungern.
  • Er hat die Staaten Jemen, Südsudan, Somalia und Nigeria besucht; überall dort sei die Lage schrecklich.
  • Ohne rasche Hilfe – auch finanzielle – werde die Situation noch schlimmer. Benötigt würden bis im Juli 4,4 Milliarden Dollar, sagte O’Brien vor dem UNO-Sicherheitsrat.
Menschen werden schlicht und einfach den Hungertod sterben.
Autor: Stephen O’BrienUNO-Nothilfekoordinator

O'Brien hatte kurz zuvor die Krisengebiete im Jemen, im Südsudan und in Somalia sowie in Nigeria besucht und sich ein Bild von der Lage gemacht. «Menschen werden schlicht und einfach den Hungertod sterben», sagte er am Freitag den im Sicherheitsrat vertretenen Diplomaten.

Für den Nothilfekoordinator ist ein «kritischer Punkt in der Geschichte der Vereinten Nationen» erreicht, wie aus einer UNO-Mitteilung hervorgeht. Die Vereinten Nationen seien mit der grössten humanitären Katastrophe seit ihrer Gründung konfrontiert.

«Die Lage für die Menschen in diesen Ländern ist schrecklich und ohne eine grosse internationale Reaktion wird sie noch schlimmer», sagte der Brite. «Alle vier Länder haben eine Sache gemeinsam: den Konflikt. Das bedeutet, dass wir die Möglichkeit haben, weiteres Elend und Leiden zu verhindern.» Rasche Hilfe und auch finanzielle Hilfe seien nötig, da noch die Gelegenheit bestehe, das Schlimmste zu verhindern.

Somalia: In dem Land am Horn von Afrika versucht die islamistische Terrormiliz Al-Shabaab einen sogenannten Gottesstaat zu errichten. Die sunnitischen Extremisten kontrollieren Teile des Landes und verüben immer wieder blutige Angriffe – auch in Nachbarstaaten. Allein in Somalia sind nach UNO-Angaben mehr als sechs Millionen Menschen – etwa die Hälfte der Bevölkerung – in Folge einer schweren Dürre auf humanitäre Hilfe angewiesen. Mangels sauberen Trinkwassers ist die Cholera ausgebrochen, mehr als 7700 Fälle wurden den UNO zufolge in den vergangenen zwei Monaten dokumentiert.

Jemen: Auch in dem Bürgerkriegsland sind nach UNO-Angaben sieben Millionen Menschen akut unterernährt oder wissen nicht, wie sie an ihre nächste Mahlzeit kommen sollen. Schiitische Huthi-Rebellen kämpfen gegen die sunnitische Regierung unter Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi. Die humanitäre Lage ist katastrophal, Millionen Menschen sind von der medizinischen Versorgung abgeschnitten.

Südsudan: Hier ist die Lage nach einem Bericht des UNO-Büros für Humanitäre Hilfe (UNOCHA) ebenfalls prekär. Mindestens eine Million Menschen stünden an der Schwelle zur Hungersnot, mindestens 5,5 Millionen Menschen sind laut UNO auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Die Helfer benötigten 1,6 Milliarden US-Dollar für die Versorgung der Menschen. Bislang seien erst knapp zehn Prozent davon finanziert.

Legende: Video Schweizer Hilfe für Hungerleidende in Afrika abspielen. Laufzeit 2:13 Minuten.
Aus Tagesschau vom 11.03.2017.

Schweizer Hilfe durch die DEZA

Weil in diesen Ländern seit Jahren bürgerkriegsähnliche Verhältnisse herrschen, sind die Menschen nicht in der Lage, sich auf Dürreperioden vorzubereiten.

Aus diesem Grund hat die Schweizer DEZA, die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit, ihr Engagement für diese Länder bereits vor zwei Jahren angepasst. Etwa in Nigeria, wo sich im Norden des Landes der Konflikt mit den Islamisten von Boko Haram intensiviert hat und darum jetzt auch eine Hungersnot droht.

54 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Zu dieser Welt-Tragödie sind 3 wichtige Realitäten festzustellen: In all den aufgelisteten afrikanischen Staaten leben die diktatorisch regierenden "Könige" in "Saus und Braus"! Somit kommen finanzielle Entwicklungshilfen nie bei den einfachen Menschen an. 2. Solange jedes Jahr ein Kind mehr auf die Welt gesetzt wird, weil der Papst weiterhin jegliche Verhütung verbietet, ändert nichts! 3. Wenn junge Männer einfach nach Europa ausziehen, statt daheim den Boden zu bepflanzen, bleibt der Hunger!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Ch. Helfenstein (Ch. Helfenstein)
    Wenn Europa viele Flüchtlinge aus Afrika aufnimmt, helfen wir da wirklich? Wäre es nicht zielführender die jungen Männer blieben in ihrer Heimat und wir kaufen ihnen die Erzeugnisse zu einem Preis ab, mit dem sie leben können? Es ist aufwendiger die einzelnen zu unterstützen, aber nur so können die Diktatoren ausgebremst werden, welche ihr eigenes Volk berauben.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Ch. Helfenstein (Ch. Helfenstein)
    Dass Menschen verhungern, obwohl es genügend Nahrungsmittel gibt, ist eine Katastrophe. Was läuft falsch? Ende der 60er hiess es Hilfe zur Selbsthilfe, spendet für Afrika, Ziel in 15- 20 Jahren (=1985-1990) ist Afrika Selbstversorger. Doch die in Europa ausgebildeten Einheimischen entwickelten sich zu Diktatoren, den grössten Feinden der Bevölkerung. In vielen Ländern herrscht seit Jahren Krieg, aus reiner Machtgier. Abgewählte bleiben im Amt, gewählte ändern die Verfassung, =länger im Amt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen