200 weitere US-Soldaten unterwegs nach Bagdad

US-Präsident Obama hat zusätzliche 200 Soldaten nach Bagdad geschickt. Diese sollen in der irakischen Hauptstadt für die Sicherheit der dort lebenden Amerikaner sorgen. Derweil haben offenbar Isis-Kämpfer einen strategisch wichtigen Ort erobert.

Zwei US-Soldaten (nur die Beine), gehend, in Uniform, mit einem Maschinengewehr in der Hand.

Bildlegende: Die USA fürchten um die Sicherheit ihrer Landsleute in Bagdad. Keystone

US-Präsident Barack Obama schickt 200 weitere Soldaten nach Bagdad, um dort für die Sicherheit der Amerikaner zu sorgen. Die Truppen sollen den Schutz der Botschaft und des Flughafens verstärken. Sie sind mit Helikoptern und Drohnen ausgestattet.

«Angesichts der Sicherheitslage in Bagdad habe ich bis zu rund 200 Angehörige der US-Streitkräfte in den Irak beordert, um die Sicherheit an der US-Botschaft, deren Einrichtungen und dem internationalen Flughafen Bagdad zu stärken», schrieb Obama den Senatoren und Abgeordneten in einem Brief. Sie seien für Gefechte gerüstet und würden so lange dort bleiben, bis sich die Situation in dem Land beruhigt habe.

Heftige Gefechte

Damit steigt die Zahl der nach Irak beorderten US-Soldaten mittlerweile auf fast 800. Diese haben in erster Linie Schutz- und Beratungsaufgaben. Der Oberbefehlshaber der Streitkräfte hatte wiederholt gesagt, dass keine Kampftruppen geschickt würden.

Nach tagelangen Kämpfen hat die Terrorgruppe Isis den strategisch wichtigen syrischen Ort Abu Kamal im Westen des Landes eingenommen. Die Stadt befindet sich nahe der Grenze zum Irak. Abu Kamal liegt an der Verbindungsstrasse zwischen der syrischen Stadt Rakka und dem irakischen Ort Rawa, die beide ebenfalls unter Isis-Kontrolle stehen.

Milizen der Extremisten hätten vollständige Kontrolle über Abu Kamal. Das berichtete die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Dabei stützt sich die Organisation auf Aussagen von Bewohnern des Ortes.

Der Eroberung des Ortes waren schwere Kämpfe mit anderen syrischen Regimegegnern vorausgegangen, darunter mit der Al-Nusra-Front. Isis und die Al-Nusra-Front – ein Ableger der Al-Kaida – stehen in scharfer Konkurrenz. Sie bekämpfen sich heftig.

Mehr als 2400 Tote

Bei den Kämpfen im Irak kamen im Juni mehr als 2400 Menschen ums Leben. Fast 2300 wurden verletzt. 1531 der Toten und 1763 der Verletzten seien Zivilisten gewesen, teilte die UNO-Mission im Irak (Unami) mit.

Die erschreckend hohe Zahl ziviler Opfer mache die dringende Notwendigkeit deutlich, die Bevölkerung zu schützen. Besonders viele Opfer gab es in Bagdad sowie in den Provinzen Al-Anbar im Westen und Ninawa im Norden des Landes.

Die Terrormiliz Islamischer Staat im Irak und in der Levante (Isis) hatte Anfang Juni ihren Vormarsch begonnen. Sie beherrscht mittlerweile grosse Landesteile im Norden und Westen des Irak. Armee und Isis-Einheiten leisten sich seit Tagen heftige Gefechte.