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International 21 Tote nach Geiselnahme in Tunis – darunter auch Touristen

Beim Angriff auf das Nationalmuseum in der tunesischen Hauptstadt Tunis sind nach Angaben der Regierung 21 Menschen getötet worden. Darunter seien 17 ausländische Touristen.

Legende: Video Blutige Geiselnahme in Tunis abspielen. Laufzeit 04:18 Minuten.
Aus Tagesschau vom 18.03.2015.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Um die Mittagszeit stürmen bewaffnete Angreifer das Gelände des Nationalmuseums und des Parlaments
  • Unter den 21 Toten sind 17 ausländische Touristen
  • Drei Attentäter sind offenbar noch auf der Flucht

Blutiges Ende einer Geiselnahme in der tunesischen Hauptstadt Tunis: Beim Angriff auf das Nationalmuseum sind 19 Menschen umgebracht worden. Darunter seien Touristen aus Italien, Polen, Spanien, Japan, Italien, Kolumbien Australien und Frankreich. Dies erklärte Ministerpräsident Habib Essid. Insgesamt kamen demnach 17 ausländische Touristen ums Leben. Zudem seien ein Polizist und ein tunesischer Staatsbürger getötet worden. Zwei Attentäter wurden von Sicherheitskräften erschossen.

Attentäter auf der Flucht?

Laut Essid wurden 42 Menschen verletzt, darunter Dutzende weitere Touristen. Für den Ministerpräsidenten ist klar: Die Angreifer hätten den Tourismus und die Wirtschaft des Landes treffen wollen. Die Terrorattacke sei ein Ergebnis der Erfolge, welche die Sicherheitskräfte gegen den Terrorismus im Land erzielt hätten. Zwei bis drei Attentäter sind offenbar immer noch auf der Flucht. Es bestehe die «Möglichkeit», dass den beiden Angreifern geholfen worden sei, sagte Essid. Daher gebe es derzeit «ausgedehnte Sucheinsätze, um die zwei oder drei Terroristen zu identifizieren».

Bewaffnete hätten am Mittag auf dem Platz, an dem das Bardo-Museum und das Parlament liegen, mit Schnellfeuergewehren um sich geschossen. Essid sagte, die Täter hätten vor dem Museum willkürlich auf Touristen gefeuert und sie bis in das Museum verfolgt. , Link öffnet in einem neuen Fenster

Legende: Video Museumsbesucher laufen um ihr Leben abspielen. Laufzeit 02:05 Minuten.
Aus News-Clip vom 18.03.2015.

Geiselnahme im Nationalmuseum

Nach der Schiesserei nahmen die Täter im benachbarten Bardo-Nationalmuseum mehrere Geiseln.

Die meisten der 100 Touristen habe im Verlauf der Geiselnahme evakuiert werden können, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Fernsehbilder zeigten Menschen, die von bewaffneten Sicherheitskräften begleitet flüchteten.

Premierminister Habid Essid hatte sich zuvor mit seinem Verteidigungsminister und dem Innenminister zu einer Krisensitzung getroffen. Staatspräsident Béji Caïd Essebsi hatte danach eine Rede an seine Landsleute angekündigt.

Das Nationalmuseum ist ein Touristenmagnet

Der Anschlag ereignete sich im Stadtteil Le Bardo, rund vier Kilometer westlich vom Stadtzentrum von Tunis. Das betroffene Nationalmuseum ist das grösste archäologische Museum des Landes. Es gilt neben dem Ägyptischen Museum in Kairo als das bedeutendste archäologische Museum Nordafrikas. Es zeigt die weltweit bedeutendste Sammlung römischer Mosaike sowie frühgeschichtliche Exponate bis hin zu punischen, griechischen, frühchristlichen und islamischen Kunstwerken und ist bei Touristen sehr beliebt.

In fünf Tagen findet in Tunis an der El Manar Universität das Weltsozialforum statt.

Nationalmuseum Bardo in Tunis

Im Ferienland Tunesien begann Ende 2010 der «Arabische Frühling». Dieser führte zum Sturz des Langzeitherrschers Zine el Abidine Ben Ali. Als bisher einziges arabisches Land gelang Tunesien ein Übergang in eine Demokratie. Mit dem Sturz Ben Alis gewannen jedoch islamistische Kräfte im Land an Stärke.

Nach Angaben des EDA befinden sich keine Schweizer unter den Opfern. Der Schweizer Botschafter in Tunis bleibt in Kontakt mit den tunesischen Behörden. Das EDA hat in der Folge die Reisehinweise für das Land angepasst. Lesen Sie hier mehr dazu.

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30 Kommentare

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  • Kommentar von R.Valsan, Zürich
    Der Hunger nach " mehr " wird nicht verschwinden, wenn man die Religion abschafft. Es bleiben noch immer die Parteien mit ihren Ideologien. Und wenn man die dann auch abschafft... was bleibt dann?
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  • Kommentar von W.Ineichen, Luzern
    Ach hätte doch der Homo Sapiens die Religionen nie erfunden.
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    1. Antwort von D. Zeller, Thun
      Ohne Religion sähe die Welt auch nicht besser aus. Wer glaubt, das die Religionen das Problem sind, der sieht die Welt ein wenig einfach. Oder haben Sie die Massenmorde des Kommunismus und Nationalismus und vielen atheistischen Mächten und Diktatoren schon vergessen?
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  • Kommentar von Peter Frei, Zürich
    Wann begreift man, dass solche Attentäter mal Kinder waren, denen eine "friedliche" Religion aufokroyiert wurde. Was wir brauchen in dieser Welt ist Freiheit von Religionen! Austritt aus Kirche muss hier beginnen. Sofort. In den Ländern, in denen Religiöse eine marginale Rolle spielen, wo Demokratie herrscht, gedeihen kaum solche Wahnsinnstaten im Namen irgendeines Gottes und heiligen Buches. Luxemburg geht voran u.hat gerade Trennung Staat + Kirche beschlossen, wann endlich in der Schweiz?
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    1. Antwort von Claudine Pantli, 5430 Wettingen
      Grüezi Herr Frei, ja, Sie haben Recht. So lange es keine Freiheit von Religionen gibt, wird es Kriege geben. Das heisst, die Religion verursacht Kriege und solche Wahnsinnstaten.
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    2. Antwort von Björn Christen, Bern
      @Frei - Sie reden hier komplett am eigentlichen Problem vorbei. Wir sind längst säkular, die dort unten nicht! Selbst wenn morgen jeder Schweizer aus der Kirche austreten würde - es würde sich nichts verändern, weil das Problem nicht das gewalttätige Christentum, sondern der gewalttätige, Gewalt legitimiernde, Gewalt predigende Islam ist und seine Schäfchen, die die Botschaft, den Befehl, ein globales Kalifat zu errichten, sehr ernst nehmen und entsprechend handeln.
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    3. Antwort von V. Humbert, Carouge
      Sorry Herr Frei, das ist Unsinn. Die Sowjetunion hatte die Kirchen dicht gemacht (Religion ist Opium fürs Volk) und trotzdem haben z.B. Stalin weit über 20 Millionen Menschen ermorden lassen, in ihrem Namen, unter dem Deckmäntelchen, der "Ideologie" Kommunismus... Der Mensch ist nun mal was er ist...
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    4. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Werter Herr Frei, glauben Sie, dass wenn Kirche & Staat getrennt werden, es dann keinen Terrorismus mehr geben wird? Fakt ist doch, dass dieses sinnlose Morden politisch motiviert ist. Der Glaube dient ihnen nur als Vorwand. Im Grunde genommen sind sie alle Ungläubige, denn in allen Religionen wird Gewalt verurteilt. Oberstes Gebot in allen ist:"Du sollst nicht töten." Und die Botschaft bei allen dieselbe ist: "Lebt in Friede mit einander."
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    5. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Und Hitler hat Millionen von Juden ermorden lassen, nicht wegen ihrer Religion, sondern weil sie in Geschäften viel erfolgreicher als alle anderen waren. Deutschland in einer Wirtschaftskrise, haben sie trotzdem weiter gute Geschäfte gemacht. Die hohe Arbeitslosigkeit damals war dann natürlich diese Hetze gegen Juden Nährboden für den 2. Weltkrieg. Und er hat auch Alte, Kranke, Behinderte usw. ermorden lassen, weil sie nicht in sein Bild des perfekten Deutschen passten.
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