22 Jahre Lagerhaft für Nadeschda Sawtschenko

Ein russisches Gericht hat die ukrainische Kampfpilotin Nadeschda Sawtschenko zu 22 Jahren Haft verurteilt. Für Richter Leonid Stepanenko ist erwiesen, dass die Pilotin der Beihilfe zum Mord an zwei Journalisten in der Ostukraine schuldig ist. Die Ukraine ruft Russland zum Gefangenentausch auf.

Sawtschenko spricht mit ihrem Anwalt

Bildlegende: 22 Jahre Lagerhaft: Nadeschda Sawtschenko wird vermutlich in einen Hungerstreik treten. Reuters

Die ukrainische Kampfpilotin Nadeschda Sawtschenko ist von einem russischen Gericht zu 22 Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Richter Leonid Stepanenko sah es als erwiesen an, dass die Pilotin der Beihilfe zum Mord an zwei Journalisten in der Ostukraine schuldig ist.

Sie habe «aus Hass absichtlich den Tod zweier Menschen verursacht», so Stepanenko. Die Staatsanwaltschaft hatte 23 Jahre Lagerhaft gefordert.

Ukraine will Tausch

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko teilte umgehend mit, sein Land werde die Verurteilung niemals anerkennen. Poroschenko bot Russland an, Sawtschenko gegen zwei in der Ukraine inhaftierte russische Soldaten auszutauschen. Zudem teilte er mit, Putin habe ihm bei einem Treffen anlässlich des sogenannten Normandie-Formats zugesagt, dass Sawtschenko in die Ukraine zurückkehren könne.

Mehrere Hungerstreiks hinter sich

In der Ukraine wird die Pilotin als Nationalheldin und Symbol des Widerstands gegen Russland verehrt, während sie im russischen Staatsfernsehen als gefährliche Nationalistin dargestellt wird, die das Blut russischer Zivilisten an den Händen hat. Sie selbst bestreitet jegliches Fehlverhalten und spricht von einem Schauprozess.

Deutschland, die USA und andere westliche Staaten fordern die Freilassung Sawtschenkos. Die 34-Jährige hat mehrere Hungerstreiks hinter sich. Es wird
erwartet, dass Sawtschenko einen neuen Hungerstreik beginnt, sobald das Urteil gegen sie in Kraft tritt, um ihre Heimkehr in die Ukraine zu erzwingen.