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Trumpcare vor dem Kollaps? 22 Millionen Amerikaner mehr wären unversichert

Das Gesetz der Republikaner könnte deutlich mehr Menschen treffen als erwartet. Im Senat bröckelt die Zustimmung.

Legende: Audio Chancen für den Vorschlag der Republikaner schwinden abspielen. Laufzeit 1:43 Minuten.
1:43 min, aus HeuteMorgen vom 27.06.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kommt der Gesetzentwurf der Republikaner zur Abschaffung der Gesundheitsversorgung «Obamacare» durch, werden laut unabhängiger Schätzung bis 2027 zusätzliche 22 Millionen Menschen in den USA keine Krankenversicherung mehr haben. Das teilte das unabhängige Congressional Budget Office mit.
  • Allein im kommenden Jahr stünden den Angaben zufolge 15 Millionen Menschen mehr ohne Versicherung da.
  • Die Zukunft des Gesetzes, über das eigentlich noch in dieser Woche vor der Sommerpause abgestimmt werden soll, ist allerdings ungewiss. Die Republikaner ringen um die Unterstützung in den eigenen Reihen. Sie können sich nur zwei Gegenstimmen leisten, es wären derzeit aber deutlich mehr.

Seit Jahren versuchen die Republikaner das unter dem früheren US-Präsidenten Barack Obama eingeführte Krankenkassenobligatorium zu kippen. Der jüngste Vorschlag dazu legte die republikanische Führung im Senat vergangene Woche vor.

Einschnitte bei Medicare

Nun hat das unabhängige Congressional Budget Office, das Budgetbüro des Parlaments, die Folgen der Reformvorschläge berechnet. Über 320 Milliarden US-Dollar würden mit dem jüngsten Vorschlag in den nächsten 10 Jahren vor allem bei Medicaid eingespart, der Gesundheitsversorgung für die Bedürftigen.

Das gehe zu Lasten von älteren Menschen in Pflegeheimen, von Kindern mit Geburtsgebrechen, von vielen jungen Menschen, von Drogenkranken und so weiter, betonte der demokratische Senator Richard Blumenthal. Insgesamt würden laut dem Budgetbüro bis in zehn Jahren 22 Millionen Amerikanerinnen und Amerikaner ihre Krankenversicherung verlieren.

Auch für Republikaner sind 22 Millionen zu viel

Diese Zahl gibt selbst vielen Republikanern zu denken. So erklärte der republikanische Senator Bill Cassidy aus Louisiana, er müsse die Sache noch einmal genau überlegen. Mehrere seiner Kolleginnen und Kollegen im gemässigten Flügel der Republikaner äusserten sich ähnlich.

Kritik kommt aber auch von Senatorinnen und Senatoren vom anderen Flügel der Partei. Sie würden das Gesundheitswesen am liebsten ganz privatisieren.

Vorschlag dürfte kaum zur Abstimmung kommen

Wenn nur schon drei Republikaner zusammen mit den Demokraten nein stimmen, ist die Vorlage vom Tisch. Es ist deshalb fraglich, ob es überhaupt zu einer Abstimmung kommt. Geplant gewesen wäre die Abstimmung eigentlich noch diese Woche.

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Da ruehm ich mir South-Africa.. JEDER hat gratis medizinische Versorgung.. oh eine kleine Registrier-fee muss bezahlt werden, so 1.5o sfr pro Krankheitsfall.. Behandlung Medikamente inkl Spitalaufenthalt alle gratis, Natuerlich ist es keine Luxusbehandlung a la CH, aber immerhin.. und die Amerikaner.. die koennen DAS nicht.. beschaemend fuer den moechtegerne Weltanfuehrer!!!
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  • Kommentar von Marcel Chauvet (xyzz)
    Donald Trump: ‘The movement continues — the work begins!’ Trump's Movement murxt unverdrossen weiter. So was, also 22 Millionen US-Bürger bar jeglicher Absicherung gegen die Wechselfälle des Lebens kommt raus, wenn man das angebliche "Establishment" von den Füßen auf den Kopf stellt, weil man meint, die anderen sind alles Deppen.
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  • Kommentar von Benedikt Walchli (Benedikt Walchli)
    Es ist nicht Trump-Care sondern Obama's Fehlgeburt die vor dem Kollaps steht! Auf jeden Fall hat Trumps Version sicher bessere Chancen auf dem Markt zu überleben (Geschäftsmann versus Anwalt).
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    1. Antwort von Erhart von Ammon (Erhart von Ammon bluewin ch)
      Es geht - da haben Sie Recht - um das "Überleben". Aber es geht vor allem darum, dass nicht 20% der Amerikaner Probleme haben im Alter, bei schweren chronischen oder seltenen Erkrankungen oder Krebs oder mit Behinderungen zu überleben, während sich das Geld weiter zu den Reichen hin verlagert. US-Prinzip: Wer es nicht schafft ist selber schuld?
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    2. Antwort von James Klausner (Harder11)
      Eine etwas leichtfertige Verkürzung die Sie da bringen. Obamacare entstand durch zähe Verhandlung mit der republikanischen Parlamentsmehrheit. Die Gebrechen von Obamacare sind die des kleinsten gemeinsamen Nenners. Obamacare soll demoliert werden, um Gelder für die Steuererleichterungen der Superreichen frei zu bekommen und nicht um die Versicherung zu verbessern.
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    3. Antwort von Benedikt Walchli (Benedikt Walchli)
      Traegt man die Bash-Trump-Brille mag das richtig sein. Tragt man die Make-US-Great-Again-Brille werden 22Mio von Obama-Care BEFREIT! Sie waren GEZWUNGEN etwas zu kaufen das sie nicht bezahlen können! Keine Versicherung? -> der Staat übernimmt die Spital kosten wenn kein Geld da ist! Die andern können sich T-Care leisten und bekommen auch wirklich service.
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