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International 22 Tote nach neuen Bootsunglücken in der Ägäis

Vor den griechischen Inseln Kalmynos und Rhodos sind zwei Boote mit Flüchtlingen gekentert. Mindestens 22 Menschen starben, darunter mindestens 12 Kinder.

Gerettete Frau wird von Helfern medizinisch versorgt
Legende: Gerette Frau auf Lesbos: Raues Wetter macht die Überfahrt aus der Türkei noch gefährlicher. (Bild vom 26.10.2015) Keystone

Vor den griechischen Inseln Rhodos und Kalymnos sind zwei Flüchtlingsboote gekentert. Mindestens 22 Menschen kamen dabei ums Leben, darunter mindestens 12 Kinder, wie die griechische Hafenpolizei mitteilt. 144 Flüchtlinge konnten gerettet werden.

Das Boot vor Kalmynos war in der Nacht gesunken. Rettungskräfte suchten in der Dunkelheit nach Überlebenden. Beteiligt waren vier griechische Patrouilleboote, ein Schiff der EU-Grenzschutzagentur Frontex, ein Helikopter sowie ein Fischer- und ein Touristenboot.

Als Mitglied der Führung Europas schäme ich mich.
Autor: Alexis TsiprasGriechischer Regierungschef

Laut der Hafenpolizei wurden vor Kalymnos 19 Leichen aus dem Meer geborgen. Unter den Opfern vor Kalymnos seien sechs Frauen, acht Kinder und zwei Babys gewesen. Vor Rhodos seien eine Frau, ein Kind und ein Baby tot aus dem Wasser gezogen worden, sechs Passagiere hätten gerettet werden können.

Legende: Video Flüchtlinge kommen auf Lesbos au (unkomm.) abspielen. Laufzeit 00:31 Minuten.
Aus News-Clip vom 30.10.2015.

UNHCR schlägt Alarm

Trotz der kühlen Temperaturen und der rauen See machen sich weiter hunderte Menschen pro Tag auf die lebensgefährliche Reise von der Türkei Richtung Griechenland. Erst am Mittwoch waren bei mehreren Schiffsunglücken vor den griechischen Inseln 17 Menschen ums Leben gekommen, darunter elf Kinder.

Das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR hatte sich am Donnerstag tief beunruhigt gezeigt, dass sich das Schicksal der Menschen durch die schlechteren Wetterverhältnisse noch verschlimmere.

Tsipras sichert Aufnahme von 50'000 Flüchtlingen zu

Auch der griechische Regierungschef Alexis Tsipras zeigte sich bestürzt über die Flüchtlingstragödien in der Ägäis. Gleichzeitig appellierte an die europäischen Spitzenpolitiker, ihre Streitigkeiten über den Umgang mit Flüchtlingen zu beenden. «Als Mitglied der Führung Europas schäme ich mich», sagte Tsipras. Das eine Land schiebe das Problem dem anderen zu. «Die Wellen spülen nicht nur (tote) Migranten, sondern auch die europäische Kultur an Land.»

Tsipras versicherte, Griechenland werde 50'000 Flüchtlinge in Aufnahmelager und Wohnungen aufnehmen. Gleichzeitig schlägt er aber vor, dass Registrierzentren der EU in der Türkei und in Ländern wie dem Libanon in Betrieb genommen werden. So seien die Flüchtlinge nicht gezwungen, die gefährlichen Bootsfahrten aus der Türkei zu den griechischen Inseln auf sich zu nehmen.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Und immer wieder das gleiche Drama. Mir scheint, bei dieser Seeroute sollte die Ueberwachung doch so möglich sein, dass keine Menschen ertrinken müssen.
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  • Kommentar von Andreas Baumgartner (A. Baumgartner)
    Sichere Wege auf das europäische Festland organisieren! Was hier abgeht ist auch Schuld der EU!
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  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Was für ein Drama. 19 Leichen - unter den Opfern sechs Frauen, acht Kinder und zwei Babys. Warum fast immer nur Frauen und Kinder? Nehmen die mitfahrenden Männer das die Kauf. Gehen diese nicht zu Hilfe? Die eigene Familie retten. Die eigene Haut retten? Will niemand beschuldigen, ist aber irgendwie nicht zu erklären, dass vor allen immer viele Frauen und Kinder ertrinken? Es stimmt traurig, dass sich ihre Hoffnung auf ein besseres Leben nicht erfüllt hat.
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