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International 34 Tote nach erneutem Flüchtlingsdrama

Nach dem neuerlichen Bootsunglück in der Nähe der Insel Lampedusa haben italienische und maltesische Marineboote die Leichen von 34 Flüchtlingen geborgen. 206 Menschen wurden gerettet – sie wurden nach Malta und Lampedusa gebracht.

Bei einem neuen Schiffsunglück zwischen Malta und der italienischen Insel Lampedusa sind 34 Flüchtlinge aus Afrika ums Leben gekommen, vor allem Frauen und Kinder. Nach bisher unbestätigten Medienberichten wurden über 200 Menschen gerettet. Die meisten Überlebenden wurden nach Malta gebracht.

Einige der Schiffbrüchigen, die zu schwach für die etwa zehnstündige Bootsfahrt waren, wurden mit dem Helikopter nach Lampedusa geflogen. Die italienische Marine konnte ihrerseits 56 Menschen retten. Diese sind auf dem Weg nach Porto Empedocle auf Sizilien.

Mit und ohne Schwimmwesten

Das Boot war am Freitagabend mit rund 230 illegalen Einwanderern an Bord südlich von Malta und Lampedusa gekentert. Angeblich kam es dazu, als sich die Passagiere auf einer Seite des Bootes versammelten, um ein Militärflugzeug auf sich aufmerksam zu machen.

Die Einsatzkräfte berichteten nach Angaben der maltesischen Regierung, es seien Menschen mit und ohne Schwimmwesten ins Wasser gesprungen.

Malta und Italien kommen sich verlassen vor

Die maltesischen Behörden hätten am Freitagnachmittag erste Berichte über ein Flüchtlingsschiff in Seenot bekommen, sagte ein Regierungssprecher. Ein maltesisches Schiff sei als erstes am Unglücksort gewesen.

Karte Süditalien
Legende: Das Unglück ereignete sich vor Sizilien auf maltesischem Hoheitsgebiet. SRF

«Wie viel mehr Menschen müssen sterben, ehe gehandelt wird?» fragte der maltesische Regierungschef Joseph Muscat vor der Presse. «Malta und Italien arbeiten zusammen, und kommen sich in diesem Vorhaben ziemlich verlassen vor. Dies ist ein europäisches Problem.»

EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström dankte den beiden Mittelmeerländern für ihr rasches Eingreifen und erklärte, sie verfolge die Ereignisse «mit Trauer und Sorge». Zudem wünsche sie sich, dass den Solidaritätsbekundungen aus allen EU-Staaten Taten folgen werden.

Auch Papst Franziskus zeigte sich bewegt. Im Kurznachrichtendienst Twitter schrieb er: «Herr erbarme Dich. Allzu oft sind wir durch unser angenehmes Leben geblendet und weigern uns, diejenigen wahrzunehmen, die vor unserer Haustür sterben.»

Die Zahl der Migrantenboote im Mittelmeerraum nimmt nicht ab. Alleine am Samstag sind vier Boote mit rund 430 Personen an Bord wurden von der italienischen Marine evakuiert.

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25 Kommentare

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  • Kommentar von Franz Müller, Chiasso
    Schon merkwürdig das die Boote immer vor der Insel kentern...(Sarkasmus!) Da macht wohl jemand gutes Geschäft. Und die EU hat ja noch Zeit für Ihre Bürokratie. Wer meint, nur in Italien herrschen mafiöse Strukturen, der irrt und sollte mal die EU anschauen. Offiziell natürlich alles sauber. Aber glaubst du irgend ein Land möchte Flüchtlinge, wenn man zahlen kann um das verhindern? Nein... leider
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Afrikanische Union will Kriegsverbrecher schützen Da liegt zT der Haase begraben... nun sollte die internat Gemeinschaft mal Klartext reden und klar handeln. Und fordern... naehmlich dass die "Fuehrer" endlich das tun wozu sie gewaehlt wurden. Dem Volk dienen. Ansonst streicht alle Unterstuetzung, die kommt ja eh schlussendlich wieder bei den Diktatoerli an!
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    1. Antwort von Albert Planta, Chur
      "die "Fuehrer" endlich das tun wozu sie gewaehlt wurden." Schon dort beginnt das Problem: Die wenigsten Präsidenten wurden demokratisch gewählt und die wenigsten Grenzen wurden nach ethnischen Gesichtspunkten gezogen.
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  • Kommentar von W. Helfer, Zürich
    A. Käser hat es sehr gut geschrieben. Das kann man nur mit Bildung und Aufklärung lösen. Dann würden die Menschen auch endlich begreiffen, wie sie übers Ohr gehauen werden und könnten sich selber gegen die Ausbeutung wehren. Mit falschen humanitären Hilfen will man das Volk aber lediglich abhängig behalten um kräftig daran zu verdienen.
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