6000 US-Gefangene sollen begnadigt werden

Die USA verhängen seit gut 30 Jahren bei Drogendelikten lange Haftstrafen: Auch deshalb sind die Gefängnisse chronisch überfüllt. Begnadigungen und vorzeitige Haftentlassungen sollen nun Abhilfe schaffen.

Ein Gefängniswächter eskortiert US-Gefangene.

Bildlegende: 25 Prozent der Häftlinge der gesamten Welt sitzen in den USA hinter Gittern. Keystone

In den USA platzen die Gefängnisse aus allen Nähten. Grund dafür sind auch die langen Haftstrafen, die bei Drogendelikten verhängt werden. Nun sollen rund 6000 Häftlinge begnadigt und vorzeitig aus der Haft entlassen werden. Das berichtet die Zeitung «Washington Post» unter Berufung auf Regierungskreise. Freikommen sollen hauptsächlich Menschen, die in den vergangenen 30 Jahren wegen Drogendelikten zu langen Haftstrafen verurteilt worden waren.

In den 1980er-Jahren waren nach einer Welle von Verbrechen im Zusammenhang mit Kokain strenge Richtlinien für die Bestrafung von Drogenkriminellen erlassen worden. In den USA sitzen 2,2 Millionen Menschen hinter Gittern – das sind 25 Prozent der Häftlinge der gesamten Welt.