68 Jahre nach Atombombe: Trauer und Wut in Nagasaki

Nagasaki gedenkt der Opfer des US-Atombomben-Angriffs vor 68 Jahren. Unter die Trauer mischt sich auch Wut. Denn die japanische Regierung verweigerte eine Teilnahme an der internationalen Erklärung zum Verzicht auf Atomwaffen.

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Nagasaki gedenkt Atombomben-Abwurf

1:18 min, aus Tagesschau am Mittag vom 9.8.2013

Der Bürgermeister der japanischen Stadt Nagasaki hat am Gedenktag des Atombombenabwurfs vor 68 Jahren Kritik an der rechtskonservativen Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe geübt.

Es sei ein Verrat an den Erwartungen der Weltgemeinschaft, dass Abes Regierung einer kürzlich in Genf ausgehandelten internationalen Erklärung zum Verzicht auf Atomwaffen nicht zugestimmt hatte. Das sagte Tomihisa Taue in einer Rede zum Gedenken der Opfer.

Abe hatte seine Verweigerung mit der atomaren Bedrohung durch Nordkorea gerechtfertigt. Trotzdem: Vor drei Tagen sagte der Ministerpräsident in Hiroshima zu, sich für eine atomwaffenfreie Welt einzusetzen.

Um 11.02 Uhr Ortszeit, dem Zeitpunkt, als am 9. August 1945 die Atombombe über Nagasaki explodierte, legten die Bürger eine Schweigeminute ein.

Atombombe tötete 210'000 Menschen

Die USA hatte die Bombe drei Tage nach dem ersten Atombombeneinsatz über Hiroshima abgeworfen.

Von den damals 200'000 Einwohnern starben in kürzester Zeit 36'000 Menschen. Vier Monate später waren bereits weitere 70'000 Menschen tot. Bis 1950 starben insgesamt etwa 140'000 Personen an den Folgen der Strahlenkrankheiten.