9/11: Die USA halten inne

Mit einer Schweigeminute in New York haben die USA am Sonntag der Opfer der Anschläge vom 11. September 2001 gedacht. Bei der Zeremonie am Ground Zero verlasen Angehörige und Polizisten danach die Namen aller fast 3000 Opfer.

Um 8.46 Uhr Ortszeit (14.46 Uhr MESZ) war am 11. September 2001 das erste Flugzeug ins World Trade Center gerast. Exakt um dieselbe Zeit hat heute Sonntag – 15 Jahre später – eine Gedenkminute in New York stattgefunden. Anschliessend wurden die Namen der fast 3000 Todesopfer verlesen. An der Gedenkveranstaltung nahmen unter anderem Hillary Clinton und Donald Trump teil, die im November für die US-Präsidentschaft kandidieren.

Im Weissen Haus gab es ebenfalls um 8.46 Uhr Ortszeit eine Schweigeminute unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Danach besuchte US-Präsident Barack Obama mit Verteidigungsminister Ashton Carter eine Gedenkfeier im Pentagon und hielt dort eine Rede.

Obama: «Einer der schwärzesten Tage»

Bereits am Samstag hatte Obama seine wöchentliche Radioansprache dem 15. Jahrestag der Anschläge gewidmet. Darin bezeichnete er den Tag als «einen der schwärzesten in der Geschichte unseres Landes».

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Obama gedenkt der 9/11-Opfer (Englisch)

1:52 min, vom 10.9.2016

Die US-Gesellschaft dürfe keine Reaktionen auf solche Taten zulassen, «die das Gefüge unserer Gesellschaft erodieren lassen würden», sagte er. Es seien «unsere Vielfalt, unser Willkommen für alle Talente, unser fairer Umgang mit jedem – ungeachtet seiner Rasse, seines Geschlechts oder Glaubens», die die USA so «grossartig» und «unverwüstlich» machten.

75'000 Menschen leiden noch heute

Bei den Anschlägen vom 11. September waren fast 3000 Menschen umgekommen. Attentäter des Terrornetzwerks Al-Kaida hatten in New York Passagierflugzeuge in die Zwillingstürme des World Trade Centers (WTC) gesteuert sowie in das Verteidigungsministerium bei Washington.

Eine vierte entführte Maschine stürzte im Bundesstaat Pennsylvania auf ein Feld. Noch heute leiden etwa 75'000 Menschen körperlich und psychisch an den Folgen der Anschläge.

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So berichtete die «Tagesschau» am 11.9.2001

30 min, aus Tagesschau vom 11.9.2001

Clinton fühlte sich unwohl

US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton hat die Gedenkfeier aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig verlassen. Laut ihrem Wahlkampfteam fühlte sich Clinton «überhitzt» und begab sich deshalb in die New Yorker Wohnung ihrer Tochter Chelsea. Dort sei es ihr dann «viel besser» gegangen.