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International 9/11-Gesetz: Saudi-Arabien warnt die USA

Das Gesetz, das Entschädigungsklagen gegen den Golfstaat zulässt, werde «katastrophale und gefährliche Folgen» haben, erklärt Riad und droht mit ernsten Konsequenzen.

Die Türme des World Trade Center in dichte, schwarze Rauchwolken gehüllt.
Legende: Am 11. September 2001 entführten Terroristen zwei Flugzeuge und steuerten sie in das World Trade Center in New York. Reuters

Das neue 9/11-Gesetz sei «ein Grund für grosse Besorgnis», erklärt ein Sprecher des saudischen Aussenministeriums. Ohne Änderungen drohten ernste Konsequenzen. Er ruft den Kongress in Washington auf, die notwendigen Massnahmen zu ergreifen, um den «katastrophalen und gefährlichen Folgen» für die gemeinsamen Beziehungen zu begegnen.

Der US-Kongress hatte am Mittwoch mit grosser Mehrheit ein Veto von Präsident Barack Obama überstimmt und ein Gesetz verabschiedet, das Hinterbliebenen der Terroropfer vom 11. September 2001 ermöglicht, Entschädigungsklagen gegen andere Staaten einzureichen.

15 der 19 Attentäter aus Saudi-Arabien

Es macht bei Anschlägen auf US-Territorium eine Ausnahme vom Grundsatz der staatlichen Souveränität und richtet sich vor allem gegen Saudi-Arabien. 15 der 19 Attentäter vom 11. September 2001 stammten aus dem Königreich.

Seit den Anschlägen waren immer wieder Vorwürfe laut geworden, die Attentäter hätten Hilfe von Seiten der saudischen Führung erhalten. Die Regierung in Riad wies diese Vorwürfe zurück und betrieb hinter den Kulissen massive Lobbyarbeit in Washington, um das Gesetz zu verhindern.

Ein problematischer Verbündeter

Saudi-Arabien ist einer der wichtigsten US-Verbündeten im Nahen Osten und in Konflikten wie den Bürgerkriegen in Syrien und Jemen eine bedeutende Macht.

Das erzkonservative Land steht zugleich im Westen in der Kritik, etwa wegen der Menschenrechtslage oder der weltweiten Förderung einer besonders extremen Form des sunnitischen Glaubens, dem Wahhabismus. Dieser wird oft mit islamistischen Attentätern in Verbindung gebracht.

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Cherubina Müller (Fabrikarbeiterin)
    Wieso fürchtet sich Saudi-Arabien vor einer Untersuchung wenn es unschuldig ist ? Eben, da gibt es nur eine Wahrheit als Antwort, so ganz ohne Verschwörungs-theorien. Apropos Obama und seinen saudischen Verbündeten; N-tv.de: Hunderte Kinder sterben, als die saudisch-geführte Koalition den Jemen bombardiert. Dafür landet das Königreich auf der UN-"Liste der Schande". Doch UN-Generalsekretär Ban streicht das Land wieder. Dahinter steckt ein ungeheuerlicher Vorgang.
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  • Kommentar von Philipp Etter (Philipp Etter)
    Dieses Polit-Affentheater dient lediglich dazu, davon abzulenken, dass diese Terroranschläge eben definitiv NICHT von ausländischen Terroristen ausgeführt worden ist!
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  • Kommentar von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
    "Ohne Änderungen drohten ernste Konsequenzen. Er ruft den Kongress in Washington auf, die notwendigen Massnahmen zu ergreifen, um den «katastrophalen und gefährlichen Folgen» für die gemeinsamen Beziehungen zu begegnen." Interessant, was sich SA einbildet bezüglich seinem Einfluss auf die US-Politik. Oder ist es keine Einbildung sondern Realität? Welches Land kann sich überhaupt erlauben, so den USA mit Konsequenzen zu drohen?
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    1. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Das KSA hält US-Staatsanleihen in drei- oder knapp vierstelliger Milliardenhöhe. Sollten diese Anleihen, wie bereits angedroht, auf den Markt geworfen werden, dann hätten die USA ein (noch) gröberes, akutes Schuldenproblem. Heute hält Saudi- Arabien grosse Investitionen in den USA...
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    2. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      @ m. mitulla: womit die USA also ökonomisch sich von einem wahabitischen Staat erpressen lassen können. Wir ernst kann also den USA z.B. der "Krieg gegen den Terrorismus" sein in Anbetracht, dass aus Saudi-Arabien Terroristen unterstützt werden?
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    3. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      "Terroristen" aus Sicht der USA sind nicht Gewalttäter, Dschihadisten oder korrumpierte Geheimdienste, sondern Leute, die den US-amerikanischen Anordnungen keine Folge leisten. Ein gutes Beispiel: Saddam Hussein - er war schon immer ein Despot. Trotzdem wurde er aufgebaut und unterstützt im Krieg gegen den Iran. Er wurde erst als Despot und Terrorist eingestuft, als er gegen den Willen der USA Kuwait angriff... genauso läufts im KSA. Eines Tages mutieren sie von "goodfriend" zu "terrorist"..
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