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International Abdullah Abdullah weit vorne – aber noch nicht Sieger

Bei der Afghanistan-Wahl 2009 verlor Abdullah Abdullah noch gegen Präsident Hamid Karsai. Nun liegt der Ex-Aussenminister nach Teilergebnissen der jüngsten Wahl weit vorne. Einen Sieg bedeutet das aber noch nicht.

Zwei Wochen nach der Präsidentenwahl in Afghanistan hat Ex-Aussenminister Abdullah Abdullah den Vorsprung vor seinem Hauptkonkurrenten Ashraf Ghani ausgebaut.

Nach Auszählung von knapp der Hälfte der Stimmen aus allen 34 Provinzen lag Abdullah bei 44,47 Prozent, wie die Wahlkommission (IEC) bei der Vorlage von
Teilergebnissen am Sonntag in Kabul mitteilte. Der frühere Finanzminister Ghani kam demnach auf 33,18 Prozent.

Sollte keiner der Kandidaten um die Nachfolge von Präsident Hamid Karsai mehr als 50 Prozent der Stimmen erhalten, ist für den 28. Mai eine Stichwahl geplant. Karsai durfte nach der Verfassung nicht ein drittes Mal zur Wahl antreten. IEC-Chef Jusuf Nuristani sagte, die Wahlkommission versuche wie geplant, am Donnerstag ein
vorläufiges Ergebnis der Wahl vom 5. April mitzuteilen.

Ein amtliches Endergebnis ist für den 24. Mai vorgesehen. Davor muss die Wahlbeschwerdekommission (ECC) noch zahlreiche Beschwerden wegen Unregelmässigkeiten überprüfen. Die ECC hatte Wahlbetrug in «nicht geringem Ausmass» bestätigt.

Hohe Wahlbeteilung trotz Taliban-Drohung

Den IEC-Angaben zufolge wurden bis Sonntag 3,45 Millionen oder 49,6 Prozent der Stimmen ausgezählt. Die Wahlbeteiligung war angesichts von Anschlagsdrohungen der Taliban überraschend hoch gewesen. Nach den IEC-Zahlen gingen rund sieben Millionen Menschen zur Wahl, gut zwölf Millionen Afghanen waren wahlberechtigt gewesen.

Die Wähler bereiteten der ersten demokratischen Machtübergabe in der Geschichte des Landes den Weg. Abdullah war bei der von Betrug überschatteten Wahl im Jahr 2009 Karsai unterlegen. Karsai regiert Afghanistan seit dem Sturz des Taliban-Regimes Ende 2001. Abdullah (60) war bis 2006 Aussenminister unter Karsai.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    In Afghanistan kann an die Macht kommen wer will, die Taliban haben das Sagen und nicht eine durch das Volk legitimierte Regierung, weil Kabul nicht den Nabel Afghanistans darstellt. Dieses Land ist dezentralistisch und wird von allen möglichen Leuten regiert, aber bestimmt nicht von einer Zentralregierung. Diese Wahl dient deshalb eher als Placebo für die westlichen Gesellschaften,weil diese im Irrglauben leben,dass sich jedes Problem durch Geld (Entwicklungshilfe) aus der Welt schaffen lässt.
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