Abfuhr für flämische Nationalisten

In Belgien sinkt die Hoffnung auf eine baldige Regierungsbildung. Die gemässigten Parteien wollen keine Koalition mit dem flämischen Nationalisten und Wahlsieger Bart De Wever eingehen.

Benoît Lutgen winkt ab.

Bildlegende: Verhandlungen gescheitert: Benoît Lutgen will nicht mit den Nationalisten zusammenspannen. Reuters

Die Hoffnungen auf eine baldige Regierungsbildung in Belgien haben einen Dämpfer versetzt bekommen. Die gemässigten frankophonen Zentristen von der CDH wollen keine Koalition mit dem flämischen Nationalisten Bart De Wever eingehen.

«Wir haben entschieden, Nein zu den vorliegendem Angebot zu sagen», sagte CDH-Parteichef Benoît Lutgen dem Fernsehsender RTL-TVI. Auf die CDH hatten sich im schwierigen Ringen um eine Regierungsbildung in den vergangenen Tagen alle Augen gerichtet.

De Wevers Neu-Flämische Allianz (NVA) hatte die belgische Parlamentswahl Ende Mai gewonnen. Daraufhin beauftragte der König ihn mit Sondierungen, die bereits mehrmals verlängert wurden.

Nationalisten wollen Belgien auflösen

Nachdem De Wevers zunächst einige Fortschritte gemacht hatte, bedeutet das Nein der CDH nun einen herben Rückschlag.

Die NVA muss in Belgiens kompliziertem und zersplittertem Parteiensystem mehrere Partner sowohl unter den flämischen als auch den französischsprachigen Parteien finden.

Dabei liegt die NVA insbesondere mit den französischsprachigen Parteien im Zwist, da die flämischen Nationalisten Belgien auf lange Sicht auflösen und Flandern unabhängig machen wollen.