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International «Abscheuliche Verbrechen» im Irak

Die Blutspur, die die IS-Terrormiliz bei ihrem Vormarsch im Irak gezogen hat, wird immer deutlicher. Jetzt berichtete ein UNO-Vertreter über neu entdeckte Massengräber. Gleichzeitig warnt er vor der instabilen Situation im Zweistrom-Staat.

Kubis bei einer Rede
Legende: UNO-Diplomat Kubis: Lage der Iraker verschlechtert sich zunehmend. Keystone

Bei ihrem Rückzug aus mehreren Regionen des Irak hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in den vergangenen Monaten mehr als 50 Massengräber zurückgelassen.

«Abscheuliche Verbrechen»

Diese Zahl nannte der UNO-Sondergesandte für den Irak, Jan Kubis, vor dem Sicherheitsrat. Kubis sprach von «abscheulichen Verbrechen», die nun in den früheren Herrschaftsgebieten des IS zu Tage träten.

Die Massengräber seien im Laufe der vergangenen Monate gefunden worden, als der IS sich wegen der US-gestützten Offensive der irakischen Armee aus mehreren Gebieten des Irak zurückgezogen hatte, sagte Kubis.

In der Stadt Ramadi etwa seien Mitte April auf einem Fussballfeld drei Massengräber mit den sterblichen Überresten von rund 40 Menschen gefunden worden.

Lage der Bevölkerung verschlechtert

Kubis warnte gleichzeitig vor einer weiteren Verschlechterung der Lage im Irak. Rund ein Drittel der Bevölkerung, etwa zehn Millionen Menschen, sei auf Hilfe angewiesen. Diese Zahl habe sich im Jahresverlauf verdoppelt, sagte der Diplomat vor dem UNO-Sicherheitsrat. Die Zahl könnte weiter wachsen:

Wegen des verstärkten Vorgehens der irakischen Streitkräfte gegen den IS könnten bis Jahresende weitere zwei Millionen Menschen im Irak zu Flüchtlingen werden, sagte Kubis.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Ein Gutteil des Chaos/Vergiftung im Irak haben die USA zu verantworten. Die gewieften Lügner/Betrüger waren erzürnt, weil sie im Iran ihren Einfluss verloren. Darauf hetzten sie den Irak (Saddam) auf den Iran, verdienten dabei ein Vermögen und schossen später Saddam ab, weil er nicht nach ihrer Pfeife tanzte. Objektiv betrachtet eine klare Sache. Weil sie mächtig sind, musste die USA bis jetzt keine Konsequenzen fürchten. Sie haben einen militärischen und personellen Schutzschild.
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  • Kommentar von Bruno Janthiang (Bruno Janthiang)
    Ist es im Irak denn nun besser, nachdem die USA dieses Land "Demokratisierte* und dann im Stich liess, um als Nachfolgeprojekt den IS aufzubauen? War es bis 2001 denn nicht doch friedlicher im Irak?
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    1. Antwort von Christian Szabo (C. Szabo)
      Auf jeden Fall war es vor 2001 weniger mörderisch und es existierte eine funktionierende Gesellschaft, auch wenn es ethnische Gräben gab. Aber wo gibt es Die nicht. Und ganz besonders in Gebieten, die erst am Anfang von Umbrüchen stehen.
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  • Kommentar von max baumann (phönix)
    Alles Schuld der USA die glauben auf der Welt tun zu können was sie wollen. Wann werden die zur Rechenschaft gezogen ?
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