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International Abschiebung illegaler Einwanderer sorgt für Weihnachts-Wirbel

Die US-Behörden wollen im neuen Jahr laut Medienberichten hunderte Migrantenfamilien abschieben, deren Asylanträge abgelehnt wurden. Das führt in den USA zu heftigen Diskussionen. Und Präsidentschaftsanwärter bringen sich in Position.

Drei Migranten aus Zentralamerika sitzen am Boden vor einem vergitterten Fenster, einer steht
Legende: Die geplante Abschiebung illegaler Einwanderer zeigt erneut die tiefen politischen Gräben in den USA. (Archivbild 2014) Reuters

Die geplante Abschiebung von illegalen Einwanderern aus Lateinamerika sorgt in Amerika für Aufregung. Die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton zeigte sich besorgt über entsprechende Berichte in der «Washington Post» und im «Wallstreet Journal».

Clinton: «Ernsthafte Bedenken»

Clinton habe «ernsthafte Bedenken», sagte eine Sprecherin dem Sender CNN. Die frühere Aussenministerin sei der Auffassung, dass sich die USA in Einwanderungsfragen von «Menschlichkeit und Grosszügigkeit» leiten lassen sollten. Begeistert reagierte dagegen Clintons republikanischer Rivale Donald Trump.

Trump: «Wurde aber auch Zeit»

Die Einwanderungsbehörde plane «gross angelegte Abschiebungsrazzien», weil er selbst so grossen Druck ausgeübt habe, schrieb Trump auf Twitter. «Das wurde aber auch Zeit», fügte er hinzu.

Laut den Zeitungsberichten steht die Abschiebung hunderter Migrantenfamilien, deren Asylanträge abgelehnt worden sind, unmittelbar bevor. Das Ministerium für Innere Sicherheit bestätigte die Zeitungsberichte bisher allerdings nicht.

Abgelehnte Asylbewerber mit einer Abschiebungsanordnung würden «im Einklang mit unseren Gesetzen und Werten zurückgeschickt», hiess es lediglich.

Einwanderungsreform auf Eis

In den USA leben knapp zwölf Millionen Einwanderer ohne gültige Aufenthaltspapiere, die meisten von ihnen aus Mexiko und zentralamerikanischen Staaten. Republikaner und Demokraten sind sich einig, dass eine Einwanderungsreform lange überfällig ist, streiten aber darüber, wie diese aussehen soll.

Bei den Republikanern ist die Einwanderungsdebatte derzeit von schrillen Tönen geprägt, für die vor allem Trump verantwortlich ist. Trump will eine Mauer an der Grenze zu Mexiko bauen, bezeichnete mexikanische Einwanderer pauschal als «Vergewaltiger» und schlug zuletzt ein Einreiseverbot für Muslime in die USA vor.

8 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Wie nie zuvor auf dieser Erde wird sichtbar, dass sich die entwickelte Welt abspaltet von der unentwickelten Welt. Ob es gelingt, auch die Zurückgebliebenen gleich zu stellen , ist eine Frage des Teilen wollen der ersten Welt. Es sieht nicht danach aus in diesem nur auf Profit ausgerichteten System, in dem jeder Schwache unten durch muss. Man muss zumindest schön sein, wer das nicht ist, muss irgend etwas können, was sich in Kapital wandeln lässt. Ist dieses System evolutionär vorbestimmt?
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  • Kommentar von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
    Die USA sind 238x grösser als die CH. Unter Einbezug der Fläche der USA, dürften also dort vergleichsweise über 70Mio Illegale dahindarben. Hier sind, vor allem dank offenen Auffangzentren, aus denen jeder 2.Asylant abtaucht,geschätzte 250-350'000 Sans Papiers. Dh zahllose Arbeitgeber beschäftigen also unbehelligt Illegale unter miesen Umständen. Statt diese effizient zu bestrafen, will man Papierlose gar legalisieren,man braucht sie angeblich. Ein Missbrauch beider Seiten u.weitere Sogwirkung.
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  • Kommentar von Margot Helmers (Margot Helmers)
    11 Millionen bei 320 Millionen Einwohnern, das ist ja geradzu lächerlich! Und diese haben kein Recht auf Sozialhilfe. Wenn man dann noch sieht, wieviele Afghanen, Iraker, Syrer, Afrikaner jetzt nach Europa streben, verursacht von den USA! Die sollte man alle in die USA verfrachten, gemäss Verursacher Prinzip!!
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