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International Abschuss nur mit komplexen Waffen möglich

Die über der Ukraine abgestürzte Boeing der Malaysia Airlines kann nach Ansicht von Experten nur von einer hoch komplexen Waffe abgeschossen worden sein. Solche Boden-Luft-Raketen besitzen sowohl die Ukraine als auch Russland. Auf dem Schwarzmarkt sind sie nicht erhältlich.

Rakete wird von einem Fahrzeug aus abgefeuert.
Legende: Boden-Luft-Raketen vom Typ «Buk» erreichen Ziele in einer Höhe von bis zu 25'000 Metern. Reuters

Tragbare Raketen, die von der Schulter abgefeuert werden, reichen nicht aus, ein Verkehrsflugzeug in 10'000 Metern Höhe abzuschiessen: Dafür sei eine Boden-Luft-Rakete nötig, sagt SRF-Auslandredaktor Fredy Gsteiger. «Es ist schlicht undenkbar, dass ein Flugzeug mit einfacheren Waffen in einer solchen Höhe erreicht werden kann.»

Waffensysteme, die in der Lage sind, ein Passagierflugzeug in 10‘000 Metern Höhe abzuschiessen, seien komplex und in der Regel im Besitz von regulären Armeen.

«Solche Waffen sind auf dem Schwarzmarkt nicht erhältlich», weiss Gsteiger. Die Boden-Luft-Rakete, die im Fall des mutmasslichen Abschusses des Passagierflugzeugs über der Ostukraine im Gespräch sei, sei ein russisches Fabrikat vom Typ «Buk». Dieses Waffensystem wird in den Armeen dutzender Staaten verwendet. Neben Russland sind das etwa China, Weissrussland, Nordkorea, Syrien und die Ukraine.

Von Russland erhalten?

Die pro-russischen Rebellen haben angegeben, in den vergangenen Wochen ein solches Flugabwehrsystem erbeutet zu haben, das im Einsatz der ukrainischen Armee war.

Diese habe sich sehr schnell aus Teilen der Ostukraine zurückgezogen und dabei militärisches Material zurücklassen müssen, sagt Gsteiger.

Legende: Video Experte zum Abschuss durch Lenkwaffen abspielen. Laufzeit 1:11 Minuten.
Aus Tagesschau vom 18.07.2014.

Denkbar wäre aber auch, dass Russland Buk-Raketen direkt an die Separatisten geliefert habe. Dass die Aufständischen das hoch entwickelte System inklusive Radar auch nach so kurzer Zeit auch bedienen könnten, sei jedoch fraglich.

«Solche Boden-Luft-Systeme sind nicht einfach zu bedienen», sagt Gsteiger. Dazu braucht es eine spezifische Ausbildung, vor allem um das Zielführungssystem zu beherrschen.»

Liveticker

Hier geht es zu den aktuellsten Entwicklungen des Flugzeugunglücks in der Ukraine.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von S. Meier, Adliswil
    Etwas ging bei all diesen Diskussionen unter: Es sind Manöver im Gange von NATO plus UA: "Rapid Trident" (Land) und "Sea Breeze" (Schwarzes Meer). 12 Nationen sind daran beteiligt, allen voran die USA, Grossbritanien und Deutschland. Es werden verschiedene Waffensysteme getestet. Wer weiss also, wer wirklich eine Rakete abgeschossen hat? Es kommen weit grössere Kreise dafür in Frage.
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  • Kommentar von kari huber, surin
    Das Ganze ist swieso klar von russischen Manipulationen gesteuert. Die Russen können wohl ihre eigenen Flugabwehrsysteme bedienen. Oder zweifelt jemand daran? Und hat irgend jemand noch nicht gemerkt, dass Putin erneut nach der Weltherrschaft greift? Und dass er die ihm mehr als bekannten KGB-Methoden anwendet? Der Westen ist einfach zu naiv und zu dumm, um hier rechtzeitig den Riegel zu schieben.
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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Die Regierung in Kiew behauptet, die Russen wären es gewesen. Nun, haben sie ja auch betreffend der Scharfschützen damals in Kiew behauptet. Inzwischen weiss man es aber besser. Und es ist ja auch die Armee der Ukraine, welche Zivilisten in der Ost-Ukraine tötet. Der Aussen-Minister sagte ja nach dem Absturz der Maschine, da zitiere ich den Übersetzer: "Wir befinden uns im Krieg mit der Ukraine." Da stellt sich die Frage wessen Regierung es denn in Kiew ist, welche Krieg gegen die Ukraine führt?
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