Ägypten: Geiselkrise unblutig beendet

Sieben entführte ägyptische Sicherheitsbeamte sind wieder frei. Sie waren von militanten Islamisten auf der Sinai-Halbinsel verschleppt worden. Ägyptens Armee hatte zuvor mit einem Militäreinsatz begonnen.

Eine Kolonne Lastwagen transportiert Panzer.

Bildlegende: Zwei Tage vor der Freilassung der Geiseln liess Ägypten Panzer in die Gegend verlegen. Keystone

Die auf dem Sinai entführten ägyptischen Soldaten und Polizisten sind nach einer Woche Geiselhaft wieder frei. Die Entführer liessen die sieben Männer in Al-Hafn im Süden der Provinzhauptstadt Al-Arisch laufen. Zuvor hatte Ägypten angekündigt, die Geiseln mit einem Grosseinsatz von Soldaten, Panzern und Kampfflugzeugen zu befreien.

Verlegung von Häftlingen angeboten

Für die Armee war der Aufenthaltsort der Geiseln eine Überraschung. Die Soldaten hatten zuvor damit begonnen, die weiter östlich an der Grenze zu Israel und dem Gazastreifen gelegenen Dörfer zu durchkämmen. Der Sicherheitsdirektor der Provinz Nord-Sinai sagte, es habe keine Gefechte und kein Blutvergiessen gegeben.

Die Entführer werden dem Dschihadisten-Milieu zugerechnet. Sie hatten mit der Geiselnahme versucht, die Freilassung inhaftierter Gesinnungsgenossen zu erzwingen. Die Verhandlungsführer der Regierung hatten dies abgelehnt. Sie boten stattdessen eine Verlegung der Häftlinge, die von der Sinai-Halbinsel stammen, in ein anderes Gefängnis an. Einige der Häftlinge sitzen wegen der Beteiligung an Terroranschlägen auf Touristen im Gefängnis, andere wegen eines Angriffs auf eine Polizeistation.

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Aegypten geht gegen Radikale vor (unkomm.)

0:32 min, vom 22.5.2013