Zum Inhalt springen

International Ägyptens Militär befürchtet Kollaps

Der Verteidigungsminister schlägt Alarm: Der Staat könnte bald zusammenbrechen. Dauern Krise und Krawalle an, könnte dies dem Land zum Verhängnis werden.

Legende: Video «Wird aus Ägypten ein zweites Irak?» abspielen. Laufzeit 2:22 Minuten.
Aus 10vor10 vom 28.01.2013.

Nach den Krawallen in der Nacht kehrte am Morgen zunächst wieder Ruhe in den Städten Ägyptens ein. Tausende hatten seit Donnerstag protestiert, gegen den Präsidenten und die Muslimbruderschaft, trotz Ausgangssperre. Dabei starben 50 Menschen.

Ägypten steht vor grossen Hürden, politisch, sozial und wirtschaftlich. Wie lange können sich die Menschen noch einigermassen sicher fühlen? Könnte der Staat auseinanderbrechen?

Diese Fragen stellen sich viele Ägypter. Das Militär gibt sich derzeit als Stabilitätsgarant aus: Die ägyptische Armee werde weiterhin die stabile Säule des Staates bleiben, sagte der ägyptische Verteidigungsminister.

Militär spielt Zünglein an der Waage

Bisher hat sich das Militär zurückgehalten, griff trotz Ausgangssperre nicht ein. Doch nun hat Präsident Mohammed Mursi dem Militär ein Stück Macht zurückgegeben: Die Armee wird vorübergehend mit polizeilichen Befugnissen ausgestattet. Soldaten haben damit das Recht, auch Zivilisten festzunehmen.

Der Verteidigungsminister sprach von einem Balanceakt für das Militär und warnte angesichts der Krise vor einem Staatskollaps. Die Soldaten müssten auf der einen Seite lebenswichtige Einrichtungen wie den Suez-Kanal schützen, sagte der Minister. Auf der anderen Seite wolle die Armee Konfrontationen mit Ägyptern vermeiden, die ihr Demonstrationsrecht wahrnähmen.

5 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von A. Planta, Chur
    Wenn es in Ägypten nicht umfassende Reformen gibt wird es keine Ruhe geben. Zu lange musste die Mehrheit der Bevölkerung unten durch.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Alois Wutz, Gerlafingen
      Das könnte schwierig werden, scheinbar sind die derzeitigen Machthaber nicht gerade reformfreudig im Sinne der Demonstranten. Würde mich nicht wundern, wenn die Armee eingreift und es wieder eine militärische Führung gibt.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Mit über 80 Millionen Einwohnern und der Tatsache, dass auch in Ägypten und anderen arabischen Ländern die Ressourcen rasch schwinden, dürfte das richtige grosse Töten erst noch kommen. Im Verleich zu dem was in diesen Ländern zwangsläufig noch kommen wird, sind die jetzigen Unruhen lediglich kleine Vorspiele. Dann dürfte auch Europa wieder eine enorme Zuwanderungswelle erfahren die auch in Europa zu weiteren sozialen Spannungen führen wird als bereits jetzt schon. Scheint schlecht zu ...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Patrick Bieri, Oensingen
    Und damit hätten dann die destruktiven Kräfte ihr Ziel erreicht. Doch wer sind diese destruktiven Kräfte? Die Moslembrüder? Die alte Machtelite? Oder der "Westen"?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von H. Girschweiler, 9500 Wil SG
      An P. Bieri: Wiso der Westen? Hat man nicht alles unternommen um dem Land in Zukunft Mubarak zu ersparen? Das Land hat eine riesige, perspektivlose Bevölkerung, keine Bodenschätze u. funktionierende Admin. Der Tourismus liegt am Boden. B. Kerzenmacher hat recht, es ist lediglich eine Frage der Zt bis es knallt u. dann Europa gefordert sein eine klare u. realistische Politik gegenüber der arab. Welt zu definieren. Dazu wird es aber nicht kommen, wenn man die desolate Situation in der EU sieht.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen