Ägypter zahlen massiv mehr fürs Benzin

Ägyptens Regierung will die Staatskasse entlasten und streicht die Subventionen für Treibstoff. Einige Sorten haben nun um fast 80 Prozent aufgeschlagen.

Ein Mann füllt Benzin in den Tank.

Bildlegende: Viele Ägpyter werden sich das Auto fahren nicht mehr leisten können. Reuters

Ägypten hat die Benzinpreise deutlich angehoben, um das Haushaltsdefizit zu senken. Die Ägypter müssen nun an der Tankstelle für einige Treibstoffsorten zwischen 40 und 77 Prozent mehr bezahlen, wie das staatliche Nachrichtenportal «Al-Ahram» berichtete. Die starke Verteuerung gilt als Test für die Popularität des neuen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi.

Regierungschef Ibrahim Mehleb versicherte, die Erhöhung werde keine Auswirkung auf die ebenfalls stark subventionierten Preise für Grundnahrungsmittel haben. Die Preiserhöhungen gehören zu einem Massnahmenpaket, mit dem die Regierung das Haushaltsdefizit auf rund zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) senken möchte. Bislang liegt es bei zwölf Prozent. Die Regierung hat auch eine Erhöhung der Strompreise um rund 30 Prozent angekündigt.

Der frühere Militärchef Al-Sisi hatte Anfang Juni nach seinem Sieg bei der Präsidentenwahl das Amt des Staatsoberhauptes übernommen. Er will die Wirtschaftslage verbessern. Viele Wirtschaftszweige liegen wegen der langen politischen Unruhe nach dem Sturz des Langzeitherrschers Hosni Mubarak im Februar 2011 am Boden.