Ägyptische Armee macht Jagd auf Dschihadisten

Auf der Sinaihalbinsel geht das ägyptische Militär massiv gegen islamistische Milizen vor. Die Armee beschoss mutmassliche Verstecke der Rebellen. Bei einem Einsatz in Scheich Suwajid kamen mindestens 10 islamistische Kämpfer ums Leben.

Soldaten und Polizisten machten an der Grenze zu Israel mit Kampfhelikoptern und Panzern Jagd auf Dschihadisten. Wie Augenzeugen berichteten, nahmen Helikopter Ziele in der Nähe der Stadt Rafah unter Beschuss.

Laut Mitgliedern der Sicherheitskräfte wurden bei dem Einsatz in Scheich Suwajid 10 islamistische Kämpfer getötet, 20 weitere verletzt und 15 festgenommen. Bereits am Dienstag hatte die Armee ihre «bisher grössten Luftangriffe» auf dem Sinai gegen mutmassliche Verstecke von Islamisten geflogen. Dabei seien acht Islamisten getötet worden, erklärte das Militär.

Eine unabhängige Bestätigung der Angaben ist nicht möglich, da die betroffenen Gebiete gesperrt sind. Der Grenzübergang Rafah zum Gazastreifen wurde auf unbestimmte Zeit geschlossen.

Anschlag verhindert

Derweil verhinderten Spezialisten der Armee einen Bombenanschlag auf eine Bahnlinie nahe des Suez-Kanals. Wie ein Vertreter der Sicherheitskräfte sagte, hatten Anwohner den Sprengsatz entdeckt und Alarm geschlagen. Die Spezialisten konnten die Bombe schliesslich entschärfen.

Erst am Donnerstag hatte der ägyptische Innenminister Mohammed Ibrahim in Kairo einen Anschlag überlebt.

«Beleidigung der Justiz»

Der im Juli gestürzte ägyptische Präsident Mohammed Mursi ist nun auch wegen Beleidigung der Justiz angeklagt worden. Er habe rückblickend auf die Parlamentswahlen im Jahr 2005 die damals Aufsicht führenden Richter beschuldigt, die Abstimmung manipuliert zu haben. Ein Richter ordnete eine viertägige Untersuchungshaft für ihn an.