Ägyptische Salafisten-Partei an Richtungsstreit zerbrochen

Die zweitstärkste politische Kraft Ägyptens bricht auseinander: Ein Teil der ultrakonservativen Salafisten hat sich aus der al-Nur-Partei verabschiedet und eine eigene Partei gegründet.

 Emad Abdel Ghaffur, Vorsitzender der ägyptischen al-Nur-Partei.

Bildlegende: Emad Abdel Ghaffur, früherer Vorsitzender der salafistischen Partei Ägyptens. Keystone

Die Partei der ultrakonservativen Salafisten in Ägypten ist an einem monatelangen internen Machtkampf zerbrochen. Der bisherige Vorsitzende der salafistischen al-Nur-Partei,  Emad Abdel Ghaffur, teilte mit, er gründe eine neue Partei mit dem Namen «al-Watan» und schlage damit «ein neues Kapitel auf».

In der Partei war ein Streit darum entbrannt, welche Rolle der Kleriker-Rat künftig spielen soll, der die Gründung der Partei unterstützt hatte. Gaffur sprach sich dafür aus, die Partei und das religiöse Gremium zu trennen.

Parlamentswahl im Februar

Nun werden die Salafisten mit zwei Parteien an der Parlamentswahl von Ende Februar teilnehmen. Bei der ersten Parlamentswahl nach dem Sturz von Präsident Husni Mubarak waren sie mit 27,8 Prozent der Stimmen die zweitstärkste Kraft hinter den Muslimbrüdern von Präsident Mohammed Mursi.

Die Salafisten sind  konservativer als die Muslimbruderschaft. Ihre Ideologie ähnelt der puritanischen Interpretation des sunnitischen Islam, die in Saudi-Arabien Staatsreligion ist. Sie verbietet Kontakte zwischen Männern und Frauen, die nicht miteinander verwandt oder verheiratet sind.

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Ultra-konservative Politiker im Aufwind

4:17 min, aus 10vor10 vom 11.1.2012